K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - HEINZL, KATHARINA: Die villa rustica von Altheim-Simetsberg Ein Beitrag zur Villenforschung in Oberösterreich

KATHARINA A. HEINZL DIE VILLA RUSTICA VON ALTHEIM-SIMETSBERG EIN BEITRAG ZUR VILLENFORSCHUNG IN OBERÖSTERREICH 1 Die Archäologie des südlichen Innviertels erfährt seit 1985 durch die Arbeiten der Abtei­lung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes eine systematische Bestandsaufnahme aller Bodendenkmäler und Funde 2 . In Absprache mit dem Bundesdenkmalamt übernahm das Institut für Klassische Archäologie der Universität Wien unter der Leitung von Fritz Krinzinger und unter verantwortlicher Mitarbeit der Verf. im Jahr 1991 ein Projekt, das sich die Erforschung der römerzeitlichen Landgüter auf dem Gemeindegebiet von Altheim zum Ziel gesetzt hat . Frühere archäologische Initiativen im südlichen Innviertel gingen vor allem auf Hugo von Preen - Maler, Archäologe und Besitzer des Gutes Osternberg bei Ranshofen - zurück, der seit dem späten 19. Jh. die Geschichte seiner Heimat faßbar zu machen suchte. Ihm verdan­ken wir eine Reihe von Grabungsaufzeichnungen, Fundberichten und Lageskizzen, die zu einem Teil jüngst publiziert wurden 4 . So führte Preen in den Jahren 1913/14 in Altheim­Weirading eine kleine Versuchsgrabung durch, in der er „zwei Gebäudereste", darin „viele keramische Funde, Dachziegel und Heizröhren" 5 freilegen konnte und damit auf „römische Behausungen" schloß 6 . In Sichtweite der Weiradinger Anlage, je etwa 3 km Luftlinie voneinander entfernt, lie­gen in Simetsberg und Wagham zwei weitere römische Gutshöfe, die seit 1975 bzw. 1991 bekannt sind 7 (Abb. 1). Mit diesen drei Landgütern sind im VB Braunau am Inn nunmehr insgesamt 16 Villen­standorte bekannt, deren räumliche Verteilung im Süden - also im Grenzgebiet zum Salz­burger Flachgau - und im Norden des Bezirks zwei Schwerpunkte finden könnte 8 . Die Lage Altheims am Schnittpunkt der Nord-Süd- und West-Ost-Verbindung zwischen Castra Bata­va/Passau und Iuvavum/Salzburg bzw. Augusta Vindelicum/Augsburg und Ovilava/Wels und der Name an sich - ALTHEIM - setzen deutliche Signale im topographischen Kontext . Die feldarchäologischen Arbeiten konzentrierten sich bisher auf die Villa rustica von Alt­heim-Simetsberg, deren erste Ergebnisse bereits verschiedentlich vorgestellt werden konn­ten 10 und im folgenden zusammengefaßt seien. Mit Gebäude I liegt ein etwa 12 x 14 m messender Grundriß vor, dessen Funktion am ehesten im Bereich eines Wohn- und/oder Wirtschaftshauses zu suchen ist 11 . Die 0,6 - 0,8 m breiten und zwischen 0,2 und 0,6 m tief erhaltenen Schotterfundamente trennen insgesamt fünf Räume voneinander und sind zwei verschiedenen Bauphasen zuzuordnen. Vom aufge­henden Mauerwerk ist in situ nichts mehr erhalten, im rezent gestörten Humus fanden sich allerdings zahlreiche Brocken zum Teil bearbeiteten und mit Mörtel verputzten Süßwasser­tuffs, sodaß wir mit Tuffmauern rechnen können 12 . Am ursprünglich bestehenden Kernbau wurde in einer zweiten Bauphase vor allem die Nordwest-Front verändert und um eine auf die Gesamtlänge des Gebäudes vorgelagerte, querliegende Porticus erweitert. Daß deren Anbau sekundär erfolgte, bewiesen Schnitte am Zusammenstoß der Porticus mit dem Kembau, die deutliche Baufugen im Fundament zeig­ten (Abb. 4). Die Profile machten aber auch klar, daß die Porticusmauern wesentlich seich­ter fundamentiert waren als die Kembaumauern, was durch eine leichtere Konstruktion des Aufgehenden in diesem Bereich erklärt werden kann.

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