K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - FILGIS, MEINRAD N.: Ausgrabung und Restaurierung römischer Villen in Baden-Württemberg

Abb. 6: Nürtingen-Oberensingen. Restaurierte Mauern des römischen Gutshofes von Nordwesten Abb. 7: Hirschberg-Großsachsen. Luftbild der restaurierten Mauerreste des römischen Gutshofes von Süden (Luftbild: Braasch, O.: 6516/025-01; SW 2683, 15; 4.3. 1994). Abb. 8: Hirschberg-Großsachsen. Rekonstruktion eines Hypokaustums mit beschädigtem Ziegelpfeiler. Mit der Teilrekonstruktion des Hauptgebäu­des des römischen Gutshofes von Hechingen­Stein ist ein mutiger und gleichzeitig auch pro­blematischer Anfang gemacht worden. Der rö­mische Gutshof, 1972 von G. Schollian ent­deckt, erstreckt sich über ein mehrere Hektar großes Waldgelände, in dem unter flachen Schutthügeln die Überreste von mindestens sechs Gebäuden zu erkennen sind. Der Gutshof zählt somit zu den größten seiner Art im süd­westdeutschen Raum. Notwendige Forstarbei­ten veranlaßten archäologische Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes, die unter Leitung von H. Reim von 1978-81 das Hauptgebäude und eine Badeanlage des Gutshofes freilegten (Abb. 24). 20 Das Hauptgebäude, eine etwa 32 lange Portikusvilla mit Eckrisaliten, liegt in beherrschender Lage auf einem nach Süden in das Starzeltal abfallenden Hang. Das nordöst­lich davon errichtete Bad war über einen ge­deckten Säulengang erreichbar. Mancher Um­bau, besonders aber der späte Einbau eines großen Speichers (20), verunklärt das symme­trische Grundrißschema, das durch eine Mit­telachse, die beiden Risalite und die an­schließenden Flügelbauten mit apsidalem Ab­schluß bestimmt war. Die ergrabenen Baube­funde wurden in hervorragender Weise restau­riert, der relativ schlecht erhaltene östliche Ri­salit wurde vollständig, der zum Bad führen­den Säulengang und die Portikus der Haupt­front wurden teilweise bis zum First rekon­struiert (Abb. 25). Das gegenwärtige Erscheinungsbild des Hauptgebäudes verdeutlicht den denkmalpfle­gerischen Spannungsrahmen zwischen Erhal­tung im Freien restaurierter Baubefunde und im Maßstab 1:1 begonnener, an den Nahtstel­len ins ruinenhafte überleitender Rekonstruk­tion, die ihre „symmetria" , ihr Ebenmaß noch nicht gefunden hat, weil der restaurierte Bau­befund eine Vollendung der Rekonstruktion zu einer gestalterischen Gesamtheit, zu einer symmetrischen, auf Femwirkung angelegten, den römischen Herrschaftsanspruch repräsen­tierenden Fassade verhindert. Der gute didakti­sche Ansatz, die dritte Dimension darzustel­len, führte zu einem Ergebnis, das im gegenwärtigen Zustand ästhetisch nicht befriedigt.

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