K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - FILGIS, MEINRAD N.: Ausgrabung und Restaurierung römischer Villen in Baden-Württemberg

chen Wänden jeweils zwei Halbrundnischen mit bemalten Nischenbögen, die zwei Ausmal­stufen erkennen ließen (Abb. 16). Zunächst waren das Mauerwerk, die 12 Keilsteine und die 13 rahmenden rechteckigen Decksteine des Nischenbogens nur mit rotem Fugenstrich ver­ziert, in der zweiten Fassung die Keil- und rahmenden Decksteine vollflächig verputzt, dann 14 Keil- und Decksteine mit roten Fugenlinien aufgemalt und deren Flächen alternierend mit den Farben rot, grün, gelb und weiß ausgemalt. Ein Schutzdach und zwei Wände schützen den Keller und seine originalen Farbreste ge­gen Wind, Regen und Schnee (Abb. 17). Die Mauerkrone des Kellers wurde durch Auf­mauerung und Geländer gesichert und der Kellerabgang mit einer neuen Holztreppe verse­hen, so kann jeder Besucher in den Keller hinabsteigen und die originalen Farbreste der be­malten Nischen besichtigen. Erläuterungtafeln geben einen Überblick über die Gesamtanla­ge des Gutshofes. Im Jahre 1989 durchschnitt ein Bagger beim Verlegen einer Femwasserleitung ca. 150 m südwestlich des eben angesprochenen Kellers ein Mithräum 1 °, das im Anschluß an die er­folgte Ausgrabung im Freien restauriert wurde (Abb. 18). Die vom Bagger herausgerissen Türschwellen wurden wieder in das Mauerwerk eingebunden, die ursprünglichen Bege­hungsniveaus wieder hergestellt und die Außenmauern nur so weit aufgemauert, daß sich die Gebäudereste reliefartig vom umliegenden Boden abheben. Von den zahlreichen, beson­ders im Mittelgang des Kultraumes geborgenen Funden wurden ein Altar des Gottes Sol so­wie einer der Göttin Luna dort als Abguß wieder aufgestellt. Etwa 10 km westlich von Rottweil sind auf einem beherrschenden Höhenrücken bei Nie­dereschach-Fischbach seit Ende des letzten Jahrhunderts römische Siedlungsreste (Abb. 19) bekannt. Im Jahre 1897 war von Oberförster Roth aus Villingen am Südwestabhang eine rö­mische Badeanlage (5) ausgegraben, dann aber ungeschützt der Witterung und dem Verfall überlassen worden. Intensive landwirtschaftliche Nutzung brachte auf der Kuppe des Hö­henrückens drei weitere Gebäude (1-3) zum Vorschein, die 1985 durch das Landesdenk­malamt unter Leitung von G. Fingerlin untersucht wurden. 11 Sie werden als Wirtschaftsge­bäude gedeutet, da sich hangabwärt das nur teiluntersuchte Herrenhaus (4) fand. Die Wirt­schaftsgebäude (2 u. 3) sind im Freien restauriert. In den Jahren 1988/89 veranlaßte das Landesdenkmalamt eine Nachuntersuchung des Bades (5), die P. Jakobs leitete. 12 Jakobs stellte abweichend von Roth, der einen quadratischen Grundriß zeichnete 13 , ein rechteckiges Badegebäude fest (Abb. 20), das nach Süden einen Anbau erhalten hatte. Nach Abschluß der Untersuchungen wurde das Badegebäude restauriert und mit einem, den gesamten Bau frei überspannenden Schutzdach versehen (Abb. 21). 3. In Schutzbauten konservierte Baubefunde Hervorragende Baubefunde versucht man, möglichst als Originalbefund in einem Schutz­haus zu konservieren und somit auf lange Sicht der Nachwelt zu erhalten. Daß es dabei ebenfalls Probleme geben kann, zeigt der 1958 unter einem, den Raum abschließenden Schutzdach konservierte Keller eines römischen Gutshofes in Oberriexingen 14 , ca. 20 km nordwestlich von Stuttgart. Durch das römische Mauerwerk dringende Feuchtigkeit führte auf der mit rotem Fugenstrich verzierten Kellerwand zu Gipsausblühungen, die letztlich ein solches Ausmaß annahmen, daß eine Nachrestaurierung des gesamten Kelleraumes notwen­dig wurde. Es war zu entschieden, den Keller insgesamt trockenzulegen oder die Feuchtig­keit auf ein verträgliches Maß zur reduzieren und eventuell wieder auftretende Ausblühun­gen periodisch zu entfernen. Es wurde die zweite Lösung gewählt und der Keller im letzten Jahr der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

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