K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - FILGIS, MEINRAD N.: Ausgrabung und Restaurierung römischer Villen in Baden-Württemberg

MEINRAD N. FILGIS AUSGRABUNG UND RESTAURIERUNG RÖMISCHER VILLEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG In Baden-Württemberg sind durch Oberflächenfunde, Luftbildarchäologie, geomagneti­sche Prospektion und nicht zuletzt durch archäologische Ausgrabungen bisher über 2000 rö­mische Gutshöfe 1 (villae rusticae) bekannt. Eine besondere Dichte der Gutshöfe zeichnet sich auf den fruchtbaren Lößböden des mittleren Neckarraumes ab (Abb. I). Aufgabe der Denkmalpflege des Landes ist es, nicht nur diese Fundstellen zu schützen, sondern auch ar­chäologisch zu untersuchen, wenn geplante Baumaßnahmen oder intensive landwirtschaftli­che Nutzung sie zu zerstören drohen. Herausragende Baubefunde werden - sofern dies möglich ist - konserviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für die Beurteilung und Bewertung zu konservierender Baubefunde spielen Qualität und Erhaltungszustand der Baureste sowie deren örtliche, regionale oder überregionale Bedeutung eine wichtige Rolle. In Baden-Württemberg sind bauliche Überreste von über 30 römischen Villen erhalten und öffentlich zugänglich. Je nach Wertigkeit und Erhaltungszustand wurden die Baubefun­de im Freien oder teilweise unter Schutzdächern restauriert, besonders interessante und gut erhaltene Befunde in originalem Zustand unter Schutzbauten konserviert. Rekonstruktionen über originalem Befund, die interessierten Laien eine räumliche Vorstellung des Verloren­gegangenen vermitteln sollen, sind relativ selten, steht doch die Überbauung in einem ge­wissen Widerspruch zur Erhaltung und Pflege des freigelegten Originalbefundes. Von den archäologisch untersuchten römischen Villenbefunden Baden-Württembergs ist über die Hälfte im Freien restauriert, was bedeutet, daß originale Mauerreste, ihres ur­sprünglichen Schutzes durch Wandverputz oder Dachflächen beraubt, trotz mehrlagiger Aufmauerung ständig der Witterung ausgesetzt sind und besonders im Winter durch Feuch­tigkeit und Frost beachtlichen Schäden erleiden können, wie sie beispielsweise der 1967 re­stauierte Keller eines römischen Gutshofes in Waiblingen nach dem regenreichen Winter 1993/94 zeigte (Abb. 2). 1. Im Freien restaurierte Baubefunde Der Aufmerksamkeit eines ehrenamtlichen Mitarbeiters der archäologischen Denkmal­pflege ist es zu verdanken, daß 1978 bei der Rebflurbereinigung im Gewann „Brunnenäk­ker", ca. 2 km südöstlich von Lauffen, an dem zum Neckar abfallenden Südwesthang, un­weit einer Quelle, römische Gebäudereste entdeckt wurden. Ausgrabungen des Landesdenk­malamtes legten innerhalb eines ummauerten, ca. 0,9 ha großen Bereichs vier Steingebäude frei, zwei davon dienten Wohnzwecken, an Gebäude I, dem jüngeren Hauptgebäude des Gutshofes, fand sich außerdem noch eine Badeanlage mit Latrine (Abb. 3). 2 Der Stadt Lauf­fen gelang es, das Areal des Gutshofes aus der Umlegung der Flurbereinigung herauszuneh­men und die unter abgeschwemmten Lehmschichten relativ gut erhaltenen Überreste von Mauern, Estrichen, Ziegelpflaster und Wandverputz mit Hilfe staatlicher Zuschüsse und pri­vater Spenden im Freien zu restauieren (Abb. 4). Neben mehreren Erläuterungstafeln hilft ein Bronzemodell dem Besucher, sich ein ungefähres Bild der topographischen Situation so­wie der baulichen Form des römischen Gutshofes zu machen. In Nürtingen-Oberensingen hatte ein Römer das Hauptgebäude seines Gutshofes auf ei­ner kleinen Terrasse eines steil abfallenden, wasserreichen Ostabhanges erbaut, ohne zu ah-

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