K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - REUTTI, FRIDOLIN: Typologie der Grundrisse römischer villen

A. Große Hauptgebäude 1) die Peristylvilla (Abb. 3^-): Alle wichtigen Wohnräume sind in Raumreihung um das Peristyl orientiert. Typus am deutlichsten von der mittelmeerischen römischen Architektur beeinflußt. In Deutschland nur sehr selten. 2) die einfache Portikusvilla (Abb. 5): Sie besteht aus einem rechteckigen Baukörper mit einer größeren Zahl von Räumen in einer Reihe. (Prinzip der Raumreihung typisch!) Vor die Raumreihe ist auf ganze Länge eine Portikus gelegt, die auch Korridorfunktion er­füllt (Verbindung der aufgereihten Räume), quasi ein einzelner Flügel einer Peristylvilla. Durch diese Fassade ist sie im Unterschied zur Peristylvilla nach außen geöffnet (Schmuck­charakter der Portikus). Manchmal Enden der Portikus durch nicht vor die Säulenflucht vor­springende Endräume abgeschlossen. An der Gebäuderückseite manchmal auch eine Porti­kus oder ein geschlossener Korridor (im Winter praktischer). 3) die Portikusvilla mit Eckrisaliten (Abb. 6-9): Häufigste Form der Portikusvilla. Prin­zip der Raumreihung bleibt erhalten. Portikus aber zwischen vorspringende Eckrisalite ein­gespannt. Die Portikusenden werden manchmal rechtwinklig an den Risaliten entlangge­führt („geknickte Portikus") oder die Portikus läuft auch ganz um die Risalite oder das gan­ze Gebäude herum. Risalite können statt einzelner Endräume auch mehrräumige Flügel sein (z.T. ursprüngliche separate Bauten). Entstehung bzw. Herkunft der Fassadenform bisher ungeklärt (nicht typisch mediterran). Spezielle Ausprägung mit besonders langen Seitenflügeln und diese begleitender Porti­kus: ,, U-förmige Portikusvilla" . Mittelmeerische Form! 4) mit Portikusvilla verwandte Anlagen (Abb. 10): Meist individuelle Planungen. Haupttrakt reduziert sich auf wenige Repräsentationsräume. Er ist durch eine lange (gerade oder gekurvte) Portikus mit zwei selbständigen, in gleichem Abstand liegenden großen Flü­gelbauten verbunden. B. Kleine Hauptgebäude 1) Hallenhaus mit Portikus-Risalit-Fassade (Abb. 11-15): „Typus Stahl/Mayen". Haupt­bestandteil des Hauses: querrechteckige multifunktionale Wohn-/Wirtschaftshalle. Häufig ein dauergenutzter Herd im Zentrum. Kurze Seite selten über 12 m lang, maximal bis 14,50 m. Häufig innen an den Schmalseiten der Halle Räume (meist später) abgeteilt oder außen an Schmalseiten und/oder Rückseite Räume bzw. Raumgruppen (z.B. Bad) angelagert. Vor die vordere Langseite Portikus mit Eckrisaliten (z.T. später) vorgelegt. Portikus gerade oder geknickt, Risalite selten mehrräumig. Halle evtl. keltische Tradition. Portikus-Risalit-Fassade als Nachweis des „Römischen". Verbreitung: Gallien, Britannien, Germanien, aber rechtsrheinisch nur selten. 2) Vierkant-Hallenhaus (Abb. 16): = Blockform des Typus Stahl: Geschlossener Rechteck-Grundriß mit Räumen um zentra­le Halle. „Risalite" der Front als Eckräume eingebunden. Vor allem linksrheinisch. 3) Innenhofhaus mit Portikus-Risalit-Fassade (Abb. 17-19): Räume oder Gruppen von Wohn- und Wirtschaftsräumen sind an drei Seiten um einen Innenhof gelegt. Hoffläche querrechteckig mit Tendenz zu quadratisch, kurze Seite meist mindestens 12 m. An der Hofrückseite innen häufig ein zum Hof offener, überdachter Gang (Pfostenreihe). An der Vorderseite des Hauses Portikus mit Eckrisaliten vorgelegt (wohl nicht als spätere Baupha­sen, aber Gebäudetypus selbst Spätentwicklung). Auch hier Variante ohne vorspringende Eckräume (Blockform). Verbreitung: Wohl nur rechtsrheinisch (incl. Nordschweiz), auch Raetien. (Nicht verwechseln mit „Hallenhaus mit P.-R.-Fassade" = Typus Stahl/Mayen!) 4) einfaches Innenhofhaus (Abb. 20): Gleiche oder ähnliche Struktur wie Innenhofhaus

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