Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 31/2. (2007) (Szombathely, 2008)

Georg TIEFENGRABER: Zum Burgenbau in der Oststeiermark. Kelet-Stájerország várépítészetéről

naheliegend zu sein. Vergleichbare Keramikfunde aus dieser Zeit lassen sich nunmehr aus Niederösterreich vom Hausstein von Grünbach am Schneeberg anführen, der jedoch - vorbehaltlich der deutlich geringeren typologisch sig­nifikanten Fundmenge vom Kuruzzenkogel — ein chronologische breiteres Spektrum einnimmt und — wie es durch Keramik-, Münz- und Metallfunde belegt ist - das XII. Jahrhundert noch erlebt (KÜHTREIBER 2006: 101 ff. mit Abb. 4-6; für den Hinweis auf die Funde vom Hausstein von Grünbach sei Th. Kühtreiber herzlich gedankt). Die Burg am Kuruzzenkogel scheint indes bereits vor der Jahrhundertwende gewaltsam abgekommen zu sein. Als zweites Beispiel zu aktuellen Untersuchungen an einer oststeirischen Burg können die angelaufenen Arbeiten in der Ruine Alt-Gleichenberg erwähnt werden. Obwohl heute vom Aufgehenden nur mehr bescheidene Reste vorhanden sind (Abb. 11), wird Alt-Gleichenberg in der Beschäftigung mit der Archäologie des Mittelalters in der Steiermark schon alleine deshalb eine wichtige Stellung zu Teil, da sowohl der Zeitpunkt der Erbauung, als auch der Zerstörung der Anlage bekannt sind (Vgl. BARAVALLE 1961; KRENN 1997: 83 f.). So ist für die Burg Alt-Gleichenberg von einer Errichtung um 1170 durch die Herren von Wildon auszugehen, bereits knapp 100 Jahre später wurde die Burg 1268 nach der Niederschlagung der steirischen Adelsverschwörung von König Ottokar II. von Böhmen zerstört und nicht mehr wiederaufgebaut. Alt-Gleichenberg stellt somit einerseits eine der ältesten Burgen der Oststeiermark dar, die im Zuge des zweiten Landes­ausbaues errichtet wurde und sowohl zur Grenzsicherung, als auch zur Binnenkolonisation im Sinne einer Rodungsburg diente. Andererseits bietet die Burg durch ihre kurze Lebensdauer die vorzügliche Möglichkeit zum Studium der Architektur sowie der materiellen Sachkultur des ausgehenden XII. und frühen XIII. Jahrhunderts. Obwohl bislang keine Ausgrabungen unter archäologischen Gesichtspunkten durchgeführt wurden, vermögen bereits jetzt zahlreiche metallene und keramische Streufunde einerseits ein gutes Bild der einstigen Aktivitäten im Burgbereich selbst zu liefern, ander­erseits ergibt sich gerade für die Keramiktypenreihe eine brauchbare Möglichkeit zur Ergänzung bestehender Schemata, die um eine entsprechen­de Lokalvariante erweitert werden können (zur hochmittelalterlichen Keramik in der Steiermark vgl. beispielsweise: ROSCHER 1997; LEHNER 2002: 292 ff.; LEHNER 2003: 131 ff; GUTJAHR und TIEFENGRABER 2003; GUTJAHR und TIEFENGRABER 2004: 439 ff). In diesem Zusammenhang müssen auch die bereits oben erwähnten frühmittelalterlichen Keramikfunde erneut ange­führt werden, die auf ältere Siedlungsspuren oder überhaupt vielleicht auf eine - wie auch immer geartete - Wehranlage hinweisen, von der allerdings heute im Gelände keinerlei Spuren mehr erkennbar sind. Überhaupt kann der heutige Erhaltungszustand der Ruine Alt-Gleichenberg als äußerst schlecht bezeichnet werden: Aufgehendes Mauerwerk bzw. Ansätze davon

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