Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 31/2. (2007) (Szombathely, 2008)
Georg TIEFENGRABER: Zum Burgenbau in der Oststeiermark. Kelet-Stájerország várépítészetéről
forschungspolitische Ansätze und Ambitionen hinderlich gewesen sein. Es handelt sich dabei um die Frage nach Wehranlagen des IX. Jahrhunderts, die mit dem ersten karolingischem „Landesausbau" in Verbindung zu bringen sind, sowie um die archäologische Evidenz der „ungarischen" Oststeiermark im X. Jahrhundert, die - abgesehen von den wenigen Schriftquellen - bislang ausschließlich durch Orts- und Flurnamen nachweisbar ist. Die ersten Ergebnisse und Fragestellungen Frühmittelalterliche Funde des VIII. und IX. Jahrhunderts liegen bislang in der Oststeiermark erst von zwei Fundstellen vor, wobei es sich jeweils um Streufunde bzw. Funde aus verlagertem Kontext handelt. Zum einen sind hierbei spärliche Keramikfunde vom markanten Burgberg der Riegersburg nördlich von Feldbach anzuführen, die 1989 bei kleinteiligen Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes im sog. „Kranzigarten" zu Tage kamen (HEBERT et al. 1991: 193 ff). Dabei handelt es sich um Fragmente von einfachen, handgeformten Töpfen mit kurz ausladendem Rand und Wellenbandverzierungen auf der Schulter (HEBERT et al. 1991: 204 und 205 mit Abb. 8/42-44). (Abb. 3) Typologisch eng verwandte Stücke können zum anderen als Streufunde aus dem Bereich der heutigen Burgruine Alt-Gleichenberg südlich von Feldbach angeführt werden. Wiederum handelt es sich dabei um primär handgeformte, mitunter auch am Rand nachgedrehte Töpfe mit gering ausladenden Rändern und Wellenbandverzierung auf der Schulter. (Abb. 4) Sämtliche bis dato vorhandenen Stücke lassen sich - analog zu den großteils radiokarbondatierten Funden aus dem benachbarten slowenischen Prekmurjegebiet - in die dortige Stufe Murska Sobota-Nova Tabla 2b einordnen (Vgl. GUSTIN und TIEFENGRABER 2002: 60 f. mit Abb. 16), die das späte VIII. und IX. Jahrhundert umfasst. Beide Fundstellen weisen ähnliche topografische Charakteristika auf: Sowohl die Riegersburg, als auch AltGleichenberg liegen auf markanten felsigen und weitgehend isolierten Inselbergen, die auf Grund ihrer fortifikatorisch günstigen Lage bereits als prähistorische Höhensiedlungen genutzt worden sind. Auf beiden Kuppen wurden schließlich im späten XII. Jahrhundert Burgen errichtet, die die darunter liegenden älteren Strukturen wohl weitgehend zerstörten. Die Tatsache, dass entsprechendes frühmittelalterliches Fundmaterial von strategisch bevorzugten Höhen namhaft gemacht werden kann, könnte als erstes — freilich künftig erst zu verifizierendes! - Indiz für frühe (karolingische) Wehranlagen o. ä. des ersten Landesausbaues aufgefasst werden. Die Erforschung der „ungarischen" Oststeiermark des X. Jahrhunderts kann insgesamt nur als krasse Forschungslücke der steirischen Archäologie