Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 31/2. (2007) (Szombathely, 2008)
Karin KÜHTREIBER - Thomas KÜHTREIBER: Korai várépítés és hatalom Alsó-Ausztria délkeleti részén
kennzeichnen diese frühe Grenzraumsituation. Inwiefern von ungarischer Seite versucht wurde, diesen Einflusserweitungen Einhalt zu gebieten, ist auf Grund der schlechten Quellenlage vor der Mitte des 12. Jahrhunderts nicht beantwortbar. Schließlich erfolgte seit dem 11. Jahrhundert auch ein reger Zustrom des west- und mitteleuropäischen Adels nach Ungarn, der sich nach dem anfänglichen „Gast-"Status in weiterer Folge u.a. auch an ungarischen Feldzügen in die Marken westlich der Lafnitz und Leitha beteiligte (WELTIN 1999: 263). Zur Erforschung des frühen Burgenbaues im Berg- und Hügelland des südöstlichen Niederösterreichs Die von der landeskundlichen Forschung erschlossene siedlungs- und herrschaftsmäßige Kolonisation des österreichisch-ungarischen Grenzraumes fand bislang in den archäologischen Forschungen ihre Bestätigung, wobei deren Ergebnisse vorrangig auf der Erforschung von Kirchen und Burgen beruhen. Da der frühe Burgenbau im Flachland durch einen eigenen Beitrag von Nikolaus Hofer behandelt wird, konzentrieren sich die Ausführungen im Folgenden auf die Adelssitze am niederösterreichischen Alpenostrand sowie der sogenannten „Buckligen Welt", einer Hügellandschaft zwischen dem Wiener Becken und Westpannonien. Von historischer Seite wird dieses Gebiet südlich der Piesting seit dem Frühmittelalter der Karantanischen Mark zugerechnet und als „Pittener Gebiet" (WELTIN 1999) bezeichnet. Pitten dürfte in der Tat seit dem Frühmittelalter eine zentralörtliche Funktion besessen haben, wobei die weitläufigen Wallanlagen auf dem Pittener Schlossberg neben mehrphasiger urgeschichtlicher Besiedlung auch im 8-9. Jahrhundert als Befestigungsanlage genutzt wurden (KÜHTREIBER 1999: 205-209; WEHRBAUTEN UW I: 181-195). Dabei handelt es sich allerdings noch um eine großflächige Burganlage, wie sie für das Frühmittelalter charakteristisch ist. Dass ab dem späten 11. Jahrhundert die bayrischen Grafen von Formbach Pitten als Dynastensitz und Zentrum ihrer regionalen Besitzungen wählen, dürfte wohl kein Zufall sein. Mangels archäologischer Untersuchungen in der Pittener Kernburg können dieser frühen Burg aber bisher keine baulichen Reste zugeordnet werden. Unter den sieben bislang dem 11. Jahrhundert zuweisbaren Burgen im Pittener Gebiet sind fünf nur historisch, weitere zwei hingegen nur archäologisch datiert (siehe Tabelle 1 und Abb. 1). Auffallenderweise handelt es sich bei den durch Oberflächenfunde datierten Anlagen - dem Schafkogel bei Gloggnitz und dem Hausstein bei Grünbach am Schneeberg (Abb. 2) - um zwei Höhenburgen auf Spornrücken im Bereich von Altwegen mit Verbindungen in den inneralpinen Bereich.