Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 30. (2006) (Szombathely, 2007)
Régészet - Tóth Zsuzsanna: Késő neolitikus település részlete Gór–Kápolnadombon
Savaria a Vas megyei Múzeumok Értesítője, 30 (2006) hinweist. Der andere Teil der Gefäße, zumeist grobkeramische Bruchstücke, wurden dagegen mit Reduktionsbrennung grau bis schwarz ausgebrannt. Die Qualität der Ausbrennung ist sehr gut. In den Keramikgattungen sind die charakteristischen Formen der-Protolengyelzeit aufzufinden, so die Knickwandschale mit breitem Mund und ausladendem Rand, Schale mit eingezogenem Rand, Fußschale, Becher mit verschiedenen Profilen, Vasen, Krügen, Amphoren, Töpfe mit ausladendem Rand und eierförmigem Bauch, bzw. Hängegefäße. Zu den Sonderformen sind die zwei Miniaturgefäße zu zählen. Eines dieser Gefäße ist eine Fußschale (Abb. 18: 1), das andere ein Becher (Abb 6: 5). Der Spinnwirtel (Abb. 6: 2) wurde aus einem Seitenbruchstück gemacht. Auch ein Tüllenlöffel mit besonderer eingeritzter Dekoration auf dem Griff wurde gefunden (Abb. 18:3). In dieser Periode wurde eine Kaltbemalung auf die Oberfläche nach der Brennung aufgetragen. Die am häufigsten angewandten Farben sind das Rot, Gelb und Weiß. Die Grundfarbe ist rot, aber in einigen Fällen war es zu beobachten, dass mehrere Schichten auf die Oberfläche aufgetragen wurden. Die Motive sind meistens geometrisch, sie bestehen aus Bändern, Streifen und Dreiecken (Abb. 7: 1—4, 7—8; Abb. 10—12; Abb. 14—17). Auch das Schmetterlingmotiv kommt oft vor (Abb. 13: 1—5), während die Spirale auf einem Stück zu sehen ist (Abb. 14: 1). Einritzungen sind auf dem schon erwähnten Tüllenlöffel und einem Bodenstück zu finden (Abb. 6: 4). Auch eingedrückte Dekorationen treten häufig auf (Abb. 18: 4—8). Erwähnenswert ist das Bruchstück mit einem eingedrückten Netzmotiv (Abb. 17:2), das auch mit Rotbemaltung betont wurde. Die beste Parallele ist ein Gefäß aus Kleinpolen, vom Fundort Kraków-Nova Huta-Pleszów. Die Auswertung des Steinmaterials erwies die Dominanz der transdanubischen Radiolarite, in erster Linie die des Szentgäl-Typs und des Teveler Feuersteins. Das passt in die transdanubische Rohmaterialprovinz nach K. Birógut ein. Beide Rohstoffe gelangten mindestens teilweise als Bruchstein auf den Fundort. Daraufweisen die als Ausgangspunkt des Arbeitsprozesses zu betrachtenden Entrindoder Schälsplitter und die das Ende desselben bedeutenden aufgelassenen Knollen hin. Bei der chronologischen Einordnung des Fundortes sollen wir in Betracht ziehen, dass die schwarze Bemalungauf den Gefäßen nicht vorkommt und die aus Linien und Streifen bestehedenBemalugsmotive dominieren. Beide gelten als Besonderheiten der Sé—Luzianky-Gruppe. Abgesehen von den oben schon erwähnten Stücken kommt keine Einritzung im Material vor. Nur in der Lengyel TPeriode wurde die Einritzung vor der Bemalung allgemein. Die Keramikformen knüpfen das Material wieder an die Sé—Luzianky-Gruppe, obwohl auch die Formen der späten Sopot-Kultur noch vorkommen. Das spätneolithische Fundmaterial von Gór—Kápolnadomb kann aufgrund der aufgezählten Beweise in die Endphase der Protolengyelzeit und in die Übergangszeit zwischen Protolengyel und Lengyel I datiert werden. Dieses Fundmaterial weist mit den Funden der in Nord- und Westtransdanubien beheimateten Sé—Luzianky-Gruppe und mit denen der der mährisch-ostösterreichischen Gruppe vorangehenden Anfangsstufe, des Wölbling-Typs (Unterwölbling, Unterpullendorf, Friebritz), Ähnlichkeiten auf. Auch der Brezovljani-Typ der südtransdanubischen Sopot-Kultur übte Wirkungen auf die Keramik aus. Außer diesen weist diese Fundstelle lockere Anknüpfungspunkte mit den Lengyel I-zeitlichen Fundorten wie Aszód in Ungarn und Kamegg in Osterreich auf. Da das Gebiet der Sé—Luzianky-Gruppe die Wiege der sich entfaltenden Lengyel-Kultur war, ist es von beachtenswerter Bedeutung, dass ein weiterer Fundort dieser Periode, nämlich Gór—Kápolnadomb, für heute außer Sé—Malomi-Flur bekannt wurde. 359