Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 24/3. (1997) (Szombathely, 1997)
Grynaeus András: A Mosonmagyaróvár-Német dűlőben feltárt bronzkori kút dendrokronológiai vizsgálata
SAVARIA 24/3 (1998-1999) PARS ARCHAEOLOGICA SZABÓ 1975 SZABÓ Zoltán: Dendrokronológia. Kézirat 1975. VAD AY - GRYNAEUS 1996 VADAY, Andrea - GRYNAEUS, András: Dendrochronological study of the Roman wells found during the rescue excavations of the Ménfőcsanak-83 road. In.: The Future of Our Past '93-95 Budapest, 1996. 115-123. DENDROCHRONOLOGISCHE UNTERSUCHUNG DES AM FUNDORT MOSONMAGYARÓVÁRNÉMET DŰLŐ FREIGELEGTEN BRONZEZEITLICHEN BRUNNENS Im Dezember 1995 fand am Fundort Mosonmagyaróvár-Német dűlő unter Leitung von András Figler eine Rettungsgrabung statt. Als Objekt Nr. 135 wurde ein spätbronzezeitlicher Brunnen mit Holzkonstruktion freigelegt, in dem ein Dutzend Balkenreste zum Vorschein kamen, an denen wir dendrochronologische Untersuchungen vornehmen konnten. Die Reste waren aufgrund der Holzarten in zwei Gruppen einzuteilen. In der Mehrzahl hatte man die Balken aus Eichenholz gefertigt. Wo der Zustand der Proben eine Artenbestimmung ermöglichte, konnte diese Art als Stieleiche (Quere us petraeae ÍMattuschka] Lieblein) identifiziert werden. Im Falle einiger Proben stießen wir auf eine poröse, breite Jahresringe enthaltende Holzart, die wir aufgrund ihrer Strukturmerkmale der Familie der Pappeln (Populus sp.) zuordneten. Eine wichtige Eigenheit des Brunnens war, daß die aus Pappelholz gearbeiteten Balken senkrecht an den Ecken des Brunnens standen, obgleich man die Bretter verdübelt hatte. Typisch für die Pappelholzproben war die relativ geringe Anzahl der Jahresringe, die sich gut miteinander vergleichen ließen. Insgesamt ergab dies die Datenreihe der Jahresringdicke einer 42 jährigen längere Pappel. - Chronologie. Die Eichenholzreste sind ebenfalls in zwei Gruppen unterteilbar: Ein Teil enthielt sehr viele Jahresringe (selbst der kürzeste umfaßte 54 Jahre), doch Splint konnte man nur vereinzelt (in vier von 15 Fällen) daran entdecken. Im Gegensatz dazu war die Jahresringzahl der zur zweiten Gruppe gehörenden Reste niedrig (überwiegend unter 50), während in allen Fällen (insgesamt sieben) Splint zu beobachten war, und in einem Fall blieb am Balken sogar die Rinde erhalten. Innerhalb der beiden genannten Gruppen ließen sich gut Vergleiche anstellen, zwischen den Gruppen jedoch nicht! Wir konnten also zwei für das Objekt typische Datenreihen und Jahresringdiagramme zusammenstellen. Das erste enthält die Daten von 215 aufeinanderfolgenden Jahren (unter Verwendung der Angaben von 13 Überresten) (Abb. 4a-c), das zweite von 67 Jahren (aufgrund von 7 Proben) (Abb. 5) Zwischen den beiden Datenreihen dürfte eine Überschneidung von nur wenigen Jahren bestehen, die sich im Moment nicht genauer bestimmen läßt. Auch die Frage, warum es innerhalb der Eichenholzreste des Brunnens diese zwei „Lebensalter tergruppen"-Gruppen gibt, kann aufrgund unserer bisherigen Kenntnisse nicht beantwortet werden. Eventuell zeigen sich bei einer vollständigen, auch Detailbeobachtungen ermäglichenden Freilegung des Objektes konstruktioneile Unterschiede zwischen den Mitgliedern der beiden Gruppen. Allerdings ist auch nicht auszuschließen, daß die verwendeten Hölzer aus Holzbeständen mit unterschiedlichen Lebensbedingungen stammen. Die restlose Aufdeckung des Brunnens wird, wie erhofft, endgültigen Aufschluß über den Zusammenhang der beiden Datenreihen und die Datierung aller Balken des Objektes geben. Der weiteren Forschung obliegt die Aufgabe, ein bis in das betreffende historische Zeitalter zurückreichendes chronologisches Grunddiagramm anzufertigen und mit dessen Hilfe das Objekt bis auf das Jahr exakt zu datieren. Bis zu seiner Fertigstellung aber dürfte dank des ziemlich viele Jahresringangaben enthaltenden Objektdiagrammes die relative (im Verhältnis zueinander) Datierung der annähernd gleichaltrigen Balkenreste realisierbar sein. András GRYNAEUS PhD Baar-Madas Gymnasium H-1022. Budapest, Lorántffy Zs. u. 3. 76