Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 24/3. (1997) (Szombathely, 1997)

Szabó Géza: Adatok a velemi késő bronzkori ónbronzok archaeometallurgiai vizsgálataihoz

SAVARIA 24/3 (1998-1999) PARS ARCHAEOLOGICA TOMPA, Ferenc: 25 Jahre Urgeschichtsforschung in Ungarn. BRGK 24/25 (1934-1935) 27-127. TOMPA Ferenc: Báró Miske Kálmán. DuSz 1943, 257-261. BEITRÄGE ZU DEN ARCHÄOMETALLURGISCHEN UNTERSUCHUNGEN DER SPÄTBRONZEZEITLICHEN ZINNBRONZEN VON VELEM Die Bronzefunde von Velem gehören zu den vielleicht bekanntesten bzw. am weitgehendsten erforschten spät­bronzezeitlichen Metallgegenständen in Ungarn. Zu einem ersten Versuch der chemischen Analysierung kam es, nachdem die Gegenstände zum Vorschein gelangt waren, und in den letzten Jahren rückte die Materialuntersu­chung der Bronzen von Velem erneut in den Mittelpunkt des Interesses. Vier Gruppen, deren Anschuungsweise und Methoden in bedeutendem Maße voneinander abweichen, arbeiten nahezu gleichzeitig mit diesen Bronzege­genständen. Die uns zur Verfügung gestellten Proben eigneten sich sowohl zur Untersuchung der Materialstruktur und -Zu­sammensetzung, als auch zur Prüfung des Bearbeitungsgrades. Bei nur gegossenen oder wärmebehandelten Ge­genständen wurden dann Kon trollproben genommen, wenn dies besonders begründet war. Um eventuelle Verände­rungen in der Materialstruktur zu vermeiden, betteten wir die Proben kalt in Kunstharz, das wir zunächst manuell schliffen und dann maschinell polierten. Beim Ätzen verwendeten wir in erster Linie eine wässrige und dann eine alkoholhaltige Lösung von FeCl 3 . Nach unseren Erfahrungen ergab das Ätzen mit Alkohollösung - nach wieder­holtem Schleifen und Polieren - eine wesentliche besser bewertbare Schlifffläche. Eine der Grundfragen der Spätbronzezeitforschung des Karpatenbeckens ist, auf welche Weise und genau wo­her das in unserem Gebiet zu beobachtende, weit von den Rohstoffquellen entfernte, außergewöhnlich reiche Me­tallhandwerk zu den erforderlichen Rohstoffen gelangte. Im Fall der beiden untersuchten Typen von Wertmesser­ringen (BRVEL71, 73), die in Velemszentvid in besonders großer Zahl zum Vorschein kamen, erhebt sich bei­spielsweise die Frage, ob dort eventuell das Zentrum der Herstellung dieser spezifischen Gegenstandstypen gewe­sen sein könnte. Allerdings ist der Mangel des bei den Bronzen von Velem allgemein für typisch erachteten hohen Antimongehalts ab ovo ein Fingerzeig, vorsichtig zu sein. Denn ein Gegen Standstyp, der anstelle des teuren Zinns, das importiert werden muß, nicht das im Prinzip vor Ort beschaffbare Antimon verwendet, ist kaum für ein lokales Produkt zu halten. Insbesondere die Parallelen der Probe Nr. BRVEL71, die in den Haupt- und Seitentälern des Quellgebiets der Donau gefunden wurden, deuten darauf hin, daß sich diese Gegenstände auf den Handelswegen entlang der Flüsse bis ins Innere des Karpatenbeckens verbreiteten. Darüber hinaus sind die zahlreichen Ringfunde von Velem ein Hinweis auf eine in Velemszentvid bestehende Verteilerstelle dieses Handels, die einerseits das halbfertige Rohmaterial in die inneren Gebiete weiter beförderte. Zum anderen hat sie als Metallbearbeitungszent­rum mit überdurchschnittlichen Kenntnissen und Möglichkeiten auf diesem Gebiet die Ringe dazu verwendet, um für den Markt Produkte mit höherem Zinngehalt und besserer Qualität zu produzieren, die besonderen Ansprüchen genügten. Doch die spezielle Kenntnisse und Rohstoffe erfordernde Produktion der Ringe dürfte auf jeden Fall au­ßerhalb des Karpatenbeckens erfolgt sein, und zwar an einem solchen Ort, wo es neben den zur Herstellung der Legierungen erforderlichen Bodenschätzen auch eine gute Zufahrtsstraße zur Donau gab. Die im Material der bei­den Wertmesserringe von Velem (BEVEL71, 73) zu beobachtende Abweichung könnte ein Hinweis auf den Wech­sel des Gebiets der Rohstoffquelle, des Bergbaugebiets, aber auch auf eine natürliche Veränderung des an dersel­ben Stelle abgebauten Erzes sein. Bemerkenswert sind die Ergebnisse der archäomettallurgischen Untersuchungen an den Gegenständen von Ve­lem auch unter forschungsmethodischem Aspekt. Sie lenken das Augenmerk der in- und ausländischen Forschung unter anderem auf den allgemein zu beherzigenden Umstand, daß zur Erleichterung der vergleichenden Unter­suchungen sowie für historische Rückschlüsse, die sich aus den mit naturwissenschaftlichen Methoden erzielten Angaben ableiten lassen, eine komplexe archäometallurgische Analyse der die einzelnen spätbronzezeitlichen Fundhorizonte gut repräsentierenden Hortfunde bzw. eine systematische und detaillierte Untersuchung der inner­halb einzelner Zeitalter abgesonderten Rohstofftypen notwendig wären. Ähnliches gilt für Untersuchungen der möglichen Rohstofffundorte und Erze. Allgemein besteht die Auffassung, daß es wegen der mehrfachen Ein­TOMPA 1934-1935 TOMPA 1943 340

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