Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)

Néprajz - Petrić Mario: A tetoválás és a kauterizálás – néhány antik forrás a balkáni népek néprajzához

den Söhnen des Wirtes nach Raab (Győr) hatte fahren müssen, protestierte er heftig. Ob er recht hatte, oder nicht, ist für uns jetzt nicht so interessant, aber mit Hilfe der Proviantpakete können wir die Studien der Schüler rekonstruieren. Der Wirt, der seinen Söhnen also eine gute Erziehung sichern wollte, schickte sie zuerst in das Jesuitengymna­sium zu Güns. Diese Lehranstalt hatte seit 1692 sechs Klassen, galt also als ein vollständi­ges Gymnasium. 1772 wurde aber das Kleingymnasium der Franziskaner in Steinaman­ger gegründet, viel näher zum Heimatdorf, eine Tatsache, die zum Beispiel für die Versorgung der Studenten nicht unwichtig war. Ob die Söhne des Wirtes dann von Steinamanger nach Raab weiterziehen wollten, weil sie im Gymnasium von Steinaman­ger nur die unteren Klassen fanden, und sie ihre Studien im Raaber Jesuitengymnasium vervollständigen wollten, geht leider aus dem Antrag nicht hervor. Diese kurze Be­schwerde jedoch klar zeigt, dass wir nicht einmal diejenigen Dörfer, aus denen wir keine Unterschriften kennen, als eine homogen in der Eiszeit des Analphabetentums erstarrte Welt betrachten dürfen. 71 Es gab einige in dem Marktflecken und den Dörfern, die als katholische Priester oder protestantische Pastors aufstiegen. János Hollósi und sein Bruder, Miklós Hollósi, Prediger in Galgóc bzw. Sók, verfügten 1612 über ihre Erbschaft in Hidashollós. 72 Anderthalb Jahrhunderte später lernte der aus Könnend stammende Joseph Arany (sein vermutlicher Verwandte, vielleicht sein Vater, Mihály Arany war damals Vorstand der Könnender reformierten Gemeinde) in den Kollegien in Pápa und ab 1789 in Debrecen, wurde nach dem reformierten Gebrauch zuerst Magister in Nagykálló, östlich von Debrecen, um dann 1795, in die engere Heimat zurückgekehrt, in Szecsöd bei Könnend Pastor zu werden. 73 Andere fanden ihren Weg sogar zur ausländischen Universitäten. Die Familie Thaba war eine der reichsten Familien in Könnend, István Thaba war im 18. Jahrhun­dert zuerst Körmender Stadtrichter, dann Verwalter in der Ludbreger Herrschaft. Sei­nem Vater, János Thaba empfahl der kalvinistische Schulmeister, György Takács Baxai, 1684 seine Gedichte - wahrscheinlich erwartete er von ihm den Schutz in der schweren Zeit der Gegenreformation. Ein Mitglied dieser Familie konnte der Körmender Tamás Thaba sein, den wir im Frühjahr 1625 an der Universität Frankfurt am Oder, und noch im Juli desselben Jahres an der Universität in der niederländischen Stadt Franeker finden. In Franeker gab er den lateinischen Traktat „De justificatione hominis pecatoris coram Deo" heraus. Er wurde nach seiner Rückkehr Schulmeister in Komárom und später Pastor in Moson. 74 Tamás Thaba war Anhänger der reformierten Kirche, die evangelischen Schüler suchten die Universität Wittenberg auf, unter ihnen Karl Cancriny im Jahre 1810, der wahrscheinlich der Sohn des damaligen Körmender evangelischen Pastors, Andreas Cancriny war. 75 Die Katholiken gingen auf die in der Nähe befindliche Universität Graz. Vielleicht war Ignaz Graff, „civis plebeius Körmendiensis" , der nach einem einjährigen Studium im Jesuitengymnasium in Güns (Kőszeg) als 16jähriger nach Graz kam, und an der Univer­sität zwei Jahre lang Philosophie studierte, der Sohn des Körmender Wirtes, Andreas Graff. Die drei Prucker aus Könnend, Johann, Adam, und Christoph waren aber sicher Mitglieder der „Dynastie" Prucker, die im ganzen 18. Jahrhundert die Körmender Post führte, und sogar einen Richter dem Marktflecken gab. 76 Diese Studenten kehrten in den Marktflecken nur sehr selten, und in die Dörfer niemals zurück. Es gab aber einige, die Bauern blieben, und jedoch nicht vergassen, was sie in der Schule gelernt hatten. So lebte János Kis um 1800 in Egyházashollós, obwohl „er sogar ein wenig auch lateinisch sprechen konnte". 77 Die Schulmeister, wenn sie eifrig genug waren, spielten eine wichtige Rolle in der 197

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