Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)

Néprajz - Dömötör Ákos: XIX. század eleji ponyvairat Vas megyéből

VOLKSTÜMLICHES FLUGHEFT VOM BEGINN DES 19. JAHRHUNDERTS AUS DEM KOMITAT VAS. ÁKOS DÖMÖTÖR In seiner Studie analysiert der Autor ein sakrales volkstümliches Flugheftchen, dessen Titel „Der Traum der heiligen Jungfrau Maria" lautet. Die Verbreitung dieser kleinen Druckschrift wurde 1801 dreimal verboten und das Heftchen sogar konfisziert. Der Autor erzählt and Hand archivarischer Forschungen die Geschichte des kleinen Flugheftes und wiedergibt dann den gesamten frommen Text. Der Inhalt ist der folgen­de: I. Traum der heiligen Jungfrau Maria: die Leidensgeschichte Jesu Christi. - II. Antwort Jesu Christi: Darstellung der magischen Kraft des Traumes. - III. Gebet zu Jesus Christus. - IV. Legende des Gebetes beim Bild des Erzengels Michael. - V. Mahnruf Christi. - VI. Angabe der Fastenzeiten und -Ordnungen. Die folkloristische Prüfung des volkstümlichen sakralen Heftchens zeigt, dass die Legende von „Maria's Traum" in Westungarn einen wohlbekannten Typus darstellt, weshalb ein westeuropäischer - über Österreich wirkender - kultureller Einfluss anzuneh­men ist. Der Autor verfolgt ausführlich die Entfaltung der Legende bis zum Gebet. In Teil II. des sakralen Heftchens betont Jesus Christus die magische Wirkung des Gebetes. Teil III. des Textes bildet ein Gemisch archaischer Gebetfragmente und allbe­kannter Beschwörungsformeln. Teil IV. enthält die Legende des fiktiven Briefes des Erzengels Michael. In Teil V. (Mahnruf Christi) wiederholt Gott der Sohn die Forderun­gen des Erzengels. In der Studie fasst der Autor den um den Erzengel Michael gewobenen Traditionskreis knapp zusammen, indem er sich der bezüglichen Legendenparallelen aus dem Mittelalter bedient. In Teil VI. (Beschreibung der Fasten) erhellt der Autor, mittels Teufelslegenden aus dem 16. Jahrhundert, die Beurteilung der im saktralen Text beschriebenen schwarzmagi­schen Fastenzeiten. Der Autor spricht die Meinung aus, dass das volkstümliche Heftchen seinerzeit deshalb konfisziert wurde, weil unter der absolutistischen Regierung von Kaiser Franz die Publikation und Verbreitung von Drucksachen in ungarischer Sprache sehr erschwert wurde. Auch die Kirche verurteilte das sakrale Heftchen wegen dem darin enthaltenen Gemisch bekannter Legenden und Beschwörungsformeln. 165

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