Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)
Régészet - Fekete Mária: Késő-hallstattkori lakóház leletmentése Csöngén
keinen Platz für das Bindewort 'et', dies stimmt aber mit der Tatsache überein, daß das Bindewort in Savaria bei keinen anderen Erwähnungen der betroffenen Körperschaft angewandt wurde 8 , so kann man davon auch hier berechtigt absehen. In der zweiten Hälfte der Zeile setzte sich die Aufzählung der Ämter fort. Dessen können wir sicher sein, denn die eindeutige Abkürzung des Wortes q(uin)q(uennalis), die die Ämterliste abschloß, ist noch in der Mitte der folgenden Zeile zu lesen, demzufolge soll den Text von der Benennung des Decurionates in der 4. Zeile bis zur oben erwähnten Abkürzung in der Mitte der 6. Zeile ausschließlich die Aufzählung einzelner Stationen der munizipalen Karriere ausgefüllt haben. Die Ergänzung steht an dieser Stelle nur inhaltlich fest, in Einzelheiten entbehrt sie jeder konkreten Anhaltspunkte. So kann man allein auf die Logik verwiesen - auch den Anfang der 6. Zeile mit in Rechnung gezogen - nur an die Aufzählung verschiedener munizipalen Ämter und Würden - questor bzw. questoricius, aedilis bzw. aedilicius, Hvir iure dicundo, Ilvir quinquennalis - denken 9 . Am Anfang der 6. Zeile setzte sich die Aufzählung dieser Würden fort. Zum Anhaltspunkte dient eine charakteristische Abkürzung, die in der Mitte der Zeile erhalten blieb : die waagerechte Linie mit dem gebogenen Abschluß über dem Q durfte nur die Abkürzung des Wortes q(uin)q(uennalis) darstellen 10 , und zwar in der Form [... Hvir q(uin)] q(uennalis). Die Ämterliste der 5-6. Zeilen kann infolge der vorgetragenen Argumentation nur in den zunächst zu beschreibenden Formen vorgestellt werden : - fquaest(oricius) aed(ilicius) / Hvir iure die (undo) q(uin)] q(uennalis) , - [quaesi(oricius) aedilicius Hvir q(uin)] q(uennalis) , - [aedilicius / Hvir i(ure) d(icundo) Hvir q(uin)] q(uennalis) , - fquaest(oricius) aed(ilicius) / Hvir i(ure) d(icundo) Ilvir q(uin)] q(uennalis). Von den vier Möglichkeiten ist die letzte Variante von größter Wahrscheinlichkeit : sie zählt die Stationen der Munizipalkarriere vollzählig auf. Die höchste Stufe der Munizipalkarriere bedeutete die Besetzung irgendwelcher Würde eines Stadtpriesters. Der Überrest von den zwei Buchstaben nach der Abkürzung QQ kann am plausibilsten als Anfang des Wortes fl[amen] oder flfaminiciusj aufgefaßt werden. Zur Ergänzung des übrigen Teiles der Zeile bieten sich mehrere Möglichkeiten, darunter scheinen die Lösungen flfamen coloniae] oder vielleicht flfamen divi Cl(au~ diiJJ 11 meist akzeptabel zu sein. Soviel können wir in aller Sicherheit behaupten, daß die Inschrift damit nicht beendet war : es fehlt der Abschluß des mit quam beginnenden Satzgefüges der 2. Zeile, das sich auf den Bau (die Herstellung) bezog. Wieviel Zeilen am unteren Teil der Inschrift fehlen, kann man nicht einmal raten, da die Mannigfaltigkeit der Bauinschriften sowohl eine rechteckige als auch eine quadrale Form der Tafel leicht vorstellbar macht. Die Ergänzung des erhalten gebliebenen Teiles der oben vorgestellten Inschrift lautet also folgenderweise (2. Abbildung): [I(ovi) o(ptimo) m(aximo) Depujlsoripfro salute j Savariejnsium pofrticum cum I ?exedr]a quam L(ucius) Ofctavius M(arci) f(ilius) / FaustiJnianus dec(urio) [c(oloniae) C(laudiae) Sav(ariensium) praef(ectus) oder patr(onus) / coll(egii) fabr(um) (et)] centon(ariorum) [quaest(oricius) aed(ilicius) / Hvir i(ure) d(icundo) Hvir q(uin)] q(uennalis) flfamen oder -am(inicius) coloniae oder divi Claud(ii)] [ ( . 144