Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 11-12. (1977-1978) (Szombathely, 1984)

Régészet - Buócz Terézia: Ismeretlen római feliratos kő Ostffyasszonyfáról

RÖMERZEITLICHE INSCHRIFTENPLATTE AUS OSTFFYASSZONYFA T. BUOCZ Unter dem Mörtelbeschlag der katholischen Kirche von Ostffyasszonyfa (Komitat Vas) ist eine römerzeitliche Inschriftenplatte gefunden worden. Es ist wahrscheinlich, dass sie zur Zeit des Baus der Kirche hierher gekommen war und während der Rekatholisation spurlos überzogen wurde, als solche, die an die Zugehörigkeit der Kirche zu den Reformierten erinnerte. Die grosse, quadratische Platte wird von der Inschrift vollständig bean­sprucht; sie hat einen doppelten Leistenrand. Der linke Teil fehlt, er wurde noch vor dem Hineinmauern weggeschnitten. Material: kristallener Kalkstein. Nach ihren Ausmassen könnte sie eine Bauinschrift gewesen sein. Es fehlen nur einige Anfangsbuchstaben der Inschrift. Die erste Zeile ist zu IOM zu ergänzen, von dene das О in der Symmetrieachse der Inschrift steht. Die darunter befindliche Namenliste bestand unbedingt aus zwei Kolumnen, da die freie Zone zwischen den beiden Kolumnen genau in der Achse des О steht. Die ganze Struktur spricht für eine Kollegialinschrift. Der Stifter der In­schrift L(ucius) Caecilius Viator ist uns voim Sarkophag der Lucia Caecilia Ba­thanae, der in der Militärstadt von Brigetio gefunden wurde, bereits bekannt. Während aber sie an diesem Sarkophag nach ihren Namen tragen, wird L(ucius) Caecilius Viator in der Inschrift von Ostffyasszonyfa als augustalis des Mumizips Brigetio erwähnt. Sein Gentilname klingt italisch, nach Norditalien weisend; sein cognomen spricht aber nach Marcus für die Urbevölkerung, näher für das Kel­tentum. Der italische Gentilname mit einem keltischen cognomen und dem Titel eines augustalis beweisen eindeutig, dass er Freigelassener war. Infolge seiner Abstammung konnte er sich keine bedeutende Position in der Sphäre der römischen Gesellschaft erkämpfen, er verfügte aber über genügend Ver­mögen dazu, um sich als augustalis aim Leben der Stadt beteiligen und nach seinem Ehrgeiz für das Gemeinwesen stiften zu können. Unsere Inschrift wurde gelegentlich des Erlangens des Titels eines augustalis gestiftet, als er das Colle­gium libertinorum beschenkte. Der Pedikationestitel der Inschrift stimmt mit dem Titel des augustalis überein. Er stiftet die Inschrift dem die Staatsreligion vertretenden grössten und mächtigsten Jupiter, genauso wie die Magistraten der Verwaltung, denn, als augustalis, ahmt er den Dekurion der Stadt nach. Er weiht die Inschrift, als Vertreter des Kaiserkultes, zugleich auch dem nu­men, der Gottheit des regierenden Kaisers. Am problematischen in der Inschrift ist die Ergänzung cente(na)ria. Als Lösung tauchten mehrere Varianten auf. Am einleuchtendsten scheint die Er­gänzung cente(na)ria zu sein, er hat also „centenaria" dem Collegium libertino­rum geschenkt. Diese Unterkünfte in der Entfernung von je hundert Meilen sind in Afrika seit dem 3. Jh. bekannt. Es sind Gebäude ausserhalb der Städte, an den Wegen. Bisher war für uns in Pannonién kein solches bekannt. 175

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