Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 3. (Szombathely, 1965)

Maria Zlinszky–Sternegg: Beiträge zur Baugeschichte der ehemaligen Zisterzienserabtei Sant Gotthard (Szentgotthárd)

Während des 16. und 17. Jahrhunderts waren die Güter des Stiftes an weltliche und kirchliche Besitzer verpfändet, in deren Verwaltung sie bis zum Jahre 1734 standen. Im Jahre 1734 konnte der Abt des Stiftes Heiligenkreuz, Robert Leeb, den Rechten des Zisterzienserordens auf Sankt Gotthard Geltung verschaffen. Eine königliche Donation vereinigte die beiden Stifte. Damit beginnt die dritte Periode, der wir die kunstvollen Ba­rockbauten verdanken. Was die Heiligenkreuzer an Bauten aus den zwei vorangehenden Perioden in Sankt Gotthard vorfanden, ist uns zweifach überliefert. Teophil Heimb erwähnt in seiner Geschichte von Sankt Gotthard (Anm. 1.), daß der Baumeister Franz Anton Pilgram bei der Besichtigung der Baufläche im Jahre 1738 auch die mittelalterlichen Fundamente des Klosters und der ersten Kirche untersuchte. Er stellte fest, daß diese die Form eines Vierecks, bzw. eines Kreuzes hatten, dessen Länge 297 Fuß (94 m) und Breite 138 Fuß (43.6 m) betrug (S. den Text der 2. Anm.). Ferner besitzt das Archiv des Stiftes Heiligenkreuz ein Gemälde aus dem Jahre 1734. Es ist die getreue Abbildung der Abtei Sankt Gotthard, so, wie sie von der Gruppe der er­sten heiligenkreuzer Siedler vorgefunden wurde. (S. Abb. 1. und den Text der Inschrift in Anm. 3.) In der Mitte des Bildes sehen wir ein viereckiges Gebäude mit Binnenhof. Eine eigen­tümliche Kirche bildet die Nordseite. Die Fassade läßt Stilelemente des Frühbarocks er­kennen. Auf dem Satteldach sitzt ein kleiner Glockenturm. An der Hofseite sehen wir einige schräge Stützpfeiler. In der Nordostecke des Hofes überragt ein Pfeiler das Mauer­werk. Einstöckige Wohngebäude bilden die drei weiteren Seiten des Vierecks. An der West­seite liegt das Tor, das ebenso wie die Kirchenpforte, von der Umwallung halb verdeckt ist. Den Hauptzugang zur Festung bildete eine Brücke. Sie führte zu einem Tor, dessen Gebäude sich in einem Winkel an die Südwestecke des Vierecks anschliesst. Vom südlichen Flügel sehen wir nur das Dach. An der Außenseite hat dieses Gebäude in der Mitte einen vorspringenden Teil. Der Ostflügel zeigt uns die Hoffront. Es findet sich dort im ersten Stock ein offener Gang im Renaissancestil von Balkenpfeilern getragen. Im Umkreis des Stiftes sind südlich, östlich und nördlich niedrige Nebengebäude zu sehen. Nach Osten zu, in der Achse der Kirche, stehen drei brüchige Rundbogen und ein viereckiger Turm. Das Gebäude der auf dem Gemälde abgebildeten Kirche steht noch ; es dient heute als Kornspeicher. So können wir auch die Lage der anderen Bauten annähernd rekons­truieren (S. Abb. 2). Auf Grund der vorhandenen schriftlichen Dokumente versuchten wir, die Baugeschichte der bis 1734 vorhandenen Gebäude der Abtei zusammenzustellen. Die Gebäude des Monasteriums von Sankt Gotthard hat man im Jahre 1184 zu errich­ten begonnen. Aus Pilgrams Aufzeichnungen können wir darauf schliessen, daß sie in der bei den Zisterziensern üblichen Form ausgeführt wurden. Die dreischiffige Basilika war geostet, hatte ein Kreuzschiff und an die Südseite des Langhauses schloß sich um einen quadratischen Binnenhof, das Kloster an. (S. Abb. 3 mit dem mittelalterlichen Grundriß der Abtei Trois Fontaines.) Von einer etwaigen Erweiterung oder einem Umbau während der ersten Geschichtsperiode des Stiftes wissen wir nichts. So können wir annehmen, daß die Bauten des XII. Jahrhunderts im XVI. Jahrhundert im wesentlichen nocht unverändert bestanden. Vom XVI. Jahrhundert an benutzten die weltlichen Besitzer das Monasterium als Kastell. Das Stift wurde befestigt. Es befand sich dort dauernd eine Besatzung. Im 15 jähri­gen Türkenkriege (1594—1608) war Hauptmann Tieffenbach Befehlshaber von Sankt Gott­hard. Als eine Truppe des Fürsten Bocskay sich im Jahre 1605 der Festung näherte, ließ der Befehlshaber die Festung unterminieren und nach Sprengung des nörlichen Teils — al­so der Kirche —, zog er sich nach Österreich zurück (S. den Bericht Istvánffys, Anm. 8.). 311

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