Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 39. (Szekszárd, 2017)

V. Kápolnás Mária: A Szekszárdi Kaszinó nyári pavilonja

MÁRIA V. KÁPOLNÁS Sommerpavillon des Szekszárder Kasinos Im Zentrum der Stadt Szekszard, im Garten zwischen den Basarenladen und dem Kasino, stand einst ein elegantes Holzgebäude mit abenteuerlicher Geschichte. Der Pavillon von Erzherzog Friedrich stellte an der Ausstellung der Tausendjahrfeier bereits das zweite Mal die Produkte der Gutswirtschaft dar, die erste Ausstellung fand in Lemberg statt. Am Ende der Ausstellung vom Jahre 1896 wurden die für provisorische Zeit aufgestellten Bau­objekte abgerissen, so war es auch beim Erzherzogspavillon geplant. Die Leiter des Szekszarder Kasinos haben aber das Gebäude gekauft und transportierten nach Szekszard. Der Abbau, der Transport und der Wiederaufbau kostete doch viel mehr, als man am Anfang dachte, der Kasino war aber vom Frühling bis Herbst den Anforderungen der „herrlichen Gesellschaft” gewachsen. Er funktionierte als Standort von Vereinsabenden und Festversammlungen, man konnte da Billard oder Gesellschaftspiele spielen. Während des ersten Weltkriegs wurde der Kasino für militärische Ziele in Anspruch genom­men, dann während der Räterepublik enteignet. Ab 1920 wurde seine originelle Funktion wieder erfüllt und war der Ort von vielen verschiede­nen Ausstellungen, kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. Eine größere Sanierungs­arbeit wurde Anfang der 1930-er Jahren durchgeführt. Während des zweiten Weltkriegs war das Gebäude wieder zum militärischen Zweck verwendet, dann kam es - nach der Liquidation des Vereins - zusammen mit dem Kasinogebäude in staat­liches Eigentum. Danach funktionierte er nur als Lager, sein Zustand verschlechterte sich immer mehr. In der Mitte der 1960-er Jahre stellte das Gebäude ein sehr trauriges Bild dar, bei der Gestal­tung des neuen Stadtzentrums wurde mit ihm nicht mehr gerechnet. Im Jahre 1971 fand die Jagdweltausstellung in Ungarn und der Pavillon wurde zu diesem Anlaß zum Gemencer Wald (Keselyűs) transportiert und nach einer Renovierung in dem Gebäude eine Jagdausstellung eingerichtet. Hier stand das Gebäude jedoch nicht zu lange, im Jahre 1986 wurde es nach Bárányfok abtrans­portiert und spielte als „Trophäenmuseum” eine wichtige Rolle als Attraktion des neu gestalteten Touristenzentrums. Nach der politischen Wende wurde das Gebäude wieder vernachlässigt, die Ausstellung veralte­te sich und erfüllte den Ansprüchen der Touristen kaum mehr. Im Jahre 2002 wurde es unter der Führung des Donau-Drau Nationalparks saniert, eine neue Ga­lerie ausgestaltet und eine Ausstellung unter dem Namen „Leben am Inundationsgebiet” eröffnet. Die Ausstellung funktionierte wegen der Eigentümerprobleme kaum 10 Jahre lang, heute steht das Holzgebäude wieder leer. Zum sechsten - und hoffentlich letzten - Ort des Gebäudes wird das Ökotourismuszentrum der Gemenc AG in Pörböly bestimmt. 616

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