Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 39. (Szekszárd, 2017)

Losonczy Tóth Árpád: A felsőnyéki Magyar család krónikája, 1830–1869

DieseChronikberichtetaußerdenjährlichenklimatischenVeränderungenundErtragsergebnissen auch über die Unbilden der Witterungen, sowie stellt den Kampf der Bauerngemeinschaft gegen die expandierende Gutswirtschaft des Fürsten Philipp Batthyány-Strattmann in Enying dar. Aus der Schrift von Sen. János Magyar können wir weitere interessanten Einzelheiten über das Zustandekommen des Wirtschaftskreises in Felsőnyék erfahren, sein Sohn Georg berichtet daneben ausführlich über den Prozess der reicheren Gütler gegen die Herrschaft zum Erwerb eines etwa 1000 Ackerweide im Dorf. Die Aufzeichnungen liefern sehr wertvolle Beiträge über die Umstände der Gründung der örtlichen römisch-katholischen Kirche, sowie des eigenen Pfarramtes. Wir können uns ein klares Bild von der Gebühr der von der Kirche gegebenen verschiedenen Leistungen machen, wir können aber auch erfahren, welch eine große Belastung für die katholische Bevölkerung das Zustandekommen der selbständigen Kirchengemeinde bedeutete. Es ist besonders interessant, daß wir eine aufstrebende, unternehmungslustig Fronarbeiter-, dann eine Gütlerfamilie beim Lesen des Tagebuches kennenlernen können. Unserer Meinung nach läßt sich durch die Veröffentlichung der Chronik der Familie Magyar die im Kreis der heimischen Historiker und Gesellschaftswissenschaftler von der Reformzeit bis heute bestehende Legende, den Mythos des „faulen Bauers” in Frage stellen, undzwar daß ein Bauer wegen der Größe und Schwierigkeit der Feudallasten nicht vorwärtskommen oder wohlhabend werden kann. Nach unserer Ansicht konnten sich die recht arbeitsamen, unternehmungslustigen und erfindungsreichen Bauernfamilien unter glücklichen Umständen ausnahmsweise auch neben dem Frondienst und Zehnten, sowie trotz der Abhängigkeit vom Grundherren durchbringen Die von den zwei Generationen der Familie Magyar geführten Aufzeichnungen berichten über die landesweiten Naturkatastrophen und Epidemien, so unter anderen über die Choleraepidemien von 1831 und 1855, über die Hochflut in Pécs aus dem Jahre 1838. Georg, der jüngere Bauernchroniker gedenkt eines schönen Beispiels der nationalen Gemeinschaftsverpflichtung, undzwar der furchtbaren Hungersnot auf der ungarischen Tiefebene vom Jahre 1863. Natür-lich blieben die wichtigen Wendepunkte der Landesgeschichte auch nicht unerwähnt an den stellenweise bereits verschwommenen, unlesbaren Seiten des Bauerntagebuches. János Magyar berichtet begeistert über die Änderungen der Revolution vom 1848, über die zum Teil aufgelösten Frondienst- und Zehntenleistungen, sowie informiert über den Fall des ungarischen Freiheitskampfes, wobei auch unsere bisherigen Kenntnisse mit ortgeschichtlichen Beziehungen bereichert werden. Auf seines Vaters Fahrwasser segelnd vergegenwärtigt der jüngere Georg diese Zeitperiode auch, als sich der Druck der Macht nach einem bedrückenden Jahrzehnt der Willkürherrschaft einigermaßen endlich entspannte. Er stellt ein Bild über das gegen 1860 in Gang kommende ungarische Nationalerwachen und über die nach der Herausgabe des Oktoberdiploms entstehende politische Lage dar, sowie erörtert auch den österreich-ungarischen Ausgleich. Das Tagebuch endet im Jahre 1869 mit der Darstellung des ungarischen Dorflebens nach dem Ausgleich. Die Bauernschronik aus Felsőnyék mit seinem genüßlichen Stil und altmodischen Wort-gebrauch, sowie mit seinen heute schon verlorenen Tolnaer Dialektwörtern bieten ein wahres Leseerlebnis. Durch die zahllosen wertvollen Daten ist sie ein echter Leckerbissen für die Leute, die sich für die Ortsgeschichte interessieren, man kann davon sehr vieles von dieser Zeitperiode erfahren. 569

Next

/
Oldalképek
Tartalom