Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 39. (Szekszárd, 2017)

K. Tóth Gábor: Avar kori temető Szekszárd–Varga Peti-dűlőben (1/2. lelőhelyszámú temető)

GÁBOR K. TÓTH Friedhof aus der Awarenzeit in Szekszárd, Varga Peti-Flur (Friedhof, Fundortnr. 1/2.) Im Herbst 2014, im Rahmen des Szekszárder Trinkwasserverbesserungsprograms, wurden präventive Ausgrabungen etwa 350 m westlich von der M6-Autobahn, südlich vom Fluß Sió, auf dem Fundort 1/2. „Varga Peti-Flur” unter Führung von János Gábor Ódor, Archäologen geführt. Ein Friedhof aus der Awarenzeit wurde hier freigelegt, der vom Norden durch einen Ein­fassungsgraben begrenzt war. Auf der enthumusierten Fläche zeichneten sich insgesamt 32 Grabflecke aus. Sieben von denen wurden nicht ausgegraben, da nur die Ecken der Grube in die freizulegende Fläche durchhingen (Gruben Nr. 23., 24., 27., 34., 35., 38. und 46.). Insgesamt 21 Gruben wurden freigelegt, außer denen kamen auch vier, in separaten Gräbern an die Beine der Verstorbenen bestatteten Pferde ans Licht. Die Größe des Friedhofs und die Zahl der Grabstätten lassen sich nur einschätzen. Nach der vorläufigen Freilegung können wir mit 12 Grabreihen rechnen. In einer Grabreihe hegen nach den Beobachtungen 23 Grabstätten, so kann man mit 12x23 = 276 Grabstätten rechnen, wir sprechen also etwa über 300 Grabstätten. Das Großteil der Grabstätten war von nordwestlicher-südöstlicher Orientierung (der Schä­del hegt in nordwestliche Richtung in der Grabstätte, das Gesichtteil sieht nach Südosten), vielleicht mit paar Grad anders. Viele Grabstätten hatten auch reiche Beigaben. In den Frauengräbern kamen häufig aus Bronzendraht gebogene, mit blau- oder grünfarbigen Perlen gezierte Ohrringe hervor. In den Männergräbern waren oft Gürtelvorräte mit Bronzen- und Silberbeschlägen geziert zu finden. Aus mehreren Gräbern kamen auch Gefäßbeigaben hervor, in denen waren Opferspeisen oder Getränke neben dem Bestatteten hingelegt. Außerdem waren in den Gräbern manchmal Per­len, Halsketten, Bronzringe, Eisenarmringe, Eisenmesser, Holzeimerbeschlage, Eischale oder Spindelknopf aufzufinden. Das Grab Nr. 28. war einer der reichste unter der Gräbern im Friedhof. Das größte Teil seiner Gürtelgarnitur bilden aus Silberplatte geschnittene, quadratförmige Gürtelbeschläge (sechs Stück). Zur Gürtelgarnitur gehören noch sieben auch aus Silberplatte geschnittene Gür­telendstücke verschiedener Größe. Der Rand derer Vorderseite endet sich in einem abgeboge­nen Halbkreisbogen. Bei dem Riemenanschluß findet man auf ihnen ein Rippenband. Dieser Grab läßt sich für die Mittelawarenzeit datieren. Die Gräber aus der Spätawarenzeit waren auch nicht ärmlicher. Der Gürtel der Bestatteten waren mit aus Bronze gegossenen, aus zwei Platten bestehenden Anghängsel, mit durchbro­chenen Gürtelbeschlägen, sowie mit Greifen-Riemenendstücken geziert. Nach den verarbeiteten Fundstücken lassen sich die ältesten Gräber aus den Mittelawa­renzeit (zweite Teil, letzter Drittel des 7. Jhr.) in der Friedhofmitte finden, dann finden wir in Richtung der zwei Friedhofrände, sowohl in südliche, als auch in nördliche Richtung eher Fundstücke aus der Spätawarenzeit (8-9. Jhr.) in den Gräbern. 49

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