Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 38. (Szekszárd, 2016)
Csekő Ernő: „Valami úri fürdőélet félszeg paródiája” (Babits Mihály). Fürdőélet egy mezővárosban, az 1880-as évekbeli Szekszárdon
ERNŐ CSEKŐ „Linkische Parodie eines herrlichen Badelebens” (Mihály Babits). Badeleben in einer Landstadt, in Szekszard aus den 1880-er Jahren In den 1880-1890-er Jahren nahm Szekszard - diese volkreiche Landstadt im Süd-Transdanubien - immer mehr die Gestalt einer verbürgerlichten Stadt an. Das Bild der Siedlung zeigte eine immer mehr städtische Aussicht, mehrere Institute einer verbürgerlichten Lebensweise verwurzelten sich in einem kleineren, aber bestimmenden Teil der Gesellschaft. So wurde zum Beispiel die Umstände eines - im Vergleich mit anderen Kreisstädten - mehr anspruchsvollen und kultivierten Badelebens im Jahre 1882 durch die Übergabe eines Badeortes auf dem der Stadt nahegelegenen Gebiet, namens Csörge-tó (Csörge-Teich) hergestellt. Das Zentralgebäude des Bades, ein aus Holz gebautes Badehaus, wurde in der Mitte des Teichs aufgebaut, wie es in den damaligen Zeiten üblich war. Das Badehaus war ringsumher von einer größeren Wasserfläche umgossen, welche eine Schwimmbadform für die Nichtschwimmer bildete. (Von der nächsten Saison gab es bereits zwei Schwimmbäder, welche - nach den Gewohnheiten des Zeitalters richtend - die separate Baderei von Frauen und Männern ermöglichten). Außerdem gab es auch sechs schließbare, bzw. mehrere Ankleidekabinen für Privatbadegäste. Für das Gesellschaftsleben und Unterhaltung wurden Tanzsaal, in einem anderen Gebäude Restaurant, bzw. Grünanlage (Garten) und an der Grundstücksgrenze eine Kegelbahn errichtet. Ein größeres Badepersonal stand zur Verfügung der Gäste, die Belegschaft bestand aus 8 Personen, einem Aufsichter, Arzt, Bademeister, Badediener, Garderobenfrau, Kassier, Wächter und einem Gärtner, der gleichzeitig auch als Frottierer angestellt war. In dieser Studie möchten wir die Normalbedingungen, die Institute und Alltage des damaligen Badelebens, sowie dessen Möglichkeiten und Beschränkungen untersuchen. Dabei bieten wir eine größere Fläche - neben der belletristischen Beschreibung des Dichters Mihály Babits - auch für die Zeitungsartikel und tatbestandsmäßige, ernsthafte oder auch humorvolle und häkelnde Schriften der örtlichen Presse an, welche sich in den 1880-er Jahren immer mehr gekräftigte. In den ersten Jahren der Badesaisons bekundeten die Stadtbewohner ein großes Interesse für das Badehaus am Csörge-Teich. Josef Ettl, Eigentümer des Badehauses gestaltete ein solches Milieu aus - baute später sogar eine Bühne auf -, welches den Badeort auch als Ort von Gesellschaftsprogrammen beliebt machten. So kann man in der örtlichen Presse sogar in den mit Gewitzel geschriebenen „Badebriefen“ mehr Selbstironie, als kritische Bemerkungen finden. Man hat das Gefühl, als ob die zeitgenössischen Szekszarder Bürger das von Josef Ettl errichtete Bad sehr hochgeschätzt hätten. Ein Teil der damaligen örtlichen Zeitungsartikel wiesen daneben auf die Widersprüche hin, welche sich bei unseren auf die Archivdokumente basierenden Forschungen herausstellten, undzwar daß die Entwicklung des Bades am Csörge-Teich bei längerer Dauer von dem Landstadtsleben und der für eine Landstadt charakteristischen Gesellschaftsstruktur wesentlich begrenzt wird. Selbst das Bad am Csörge-Teich ist ein gutes Beispiel für die längeren, jahrzehntelang immer wiederkehrenden Interessengegensätze und Konfliktsituationen, welche aus den wirtschaftlichen 588