Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 38. (Szekszárd, 2016)

Losonczy Tóth Árpád: „Tegnap estve a lázadás itt is kiütő félben volt…” Hivatalból jelenlevő és jurátus szemtanúk az 1848. március 15-i pesti forradalom pozsonyi előestéjéről

ÁRPÁD LOSONCZY TÓTH „Gestern abend flammte der Aufruhr hier auch auf,” Amtliche und juristische Augenzeugen über den Preßburger Vorabend des Pester Revolution vom 15. März 1848 Auf die an der Volksversammlung in Preßburg vom 1847/48 anwesenden Jugend - im Gegensatz mit den Juristenstudenten der Reformdiät - wurde bisher von der ungarischen Geschichtswissenschaft kaum Aufmerksamkeit hingelenkt. Wir kennen den Namen und Rolle von fast allen Teilnehmern (Petőfi, Jókai, Vasvári, Irinyi, Bulyovszky, János Vajda etc.) der blutfreien Revolution, welche unter der Organisierung und aktiven Führung der radikalen jungen Literarer und Juristen ausgebrochen ist. Die Mitglieder der Gruppe „Das Junge Ungarn” versammelten sich in Pest im Café Pilvax, wobei die Sitzung des letzten Ständetages stattfand. Die heimische Geschichtsschreibung hat sozusagen bereits alle Momente und den ganzen Ablauf dieses wichtigen Tages (15. März 1848), „Tag von Petőfi” dargelegt, als die jungen Revolutionäre in Pest zur Tat geschritten sind. In Kenntnis der zur Verfügung stehenden vielen zeitgenössischen Quellen und Rückerinnerungen sind wir auch mit den Geschehnissen des Zeitraums vor und nach der Revolution im Klaren. Es ist zugleich weniger bekannt, daß die junge Juristen, als Zeugen und Statisten der Parlamentsarbeit, im März 1848 in Preßburg, in der damaligen Hauptstadt der ungarischen Parlamentsitzungen auch eine sehr große Rolle bei der revolutionären Druckausübung gespielt haben. Unserer Ansicht nach war die Rolle der Pester Jugend in März überschätzt und wenn wir die Tätigkeit der jungen Juristen in Preßburg in die Paralelle stellen, dann können wir ein viel mehr klares und abgetöntes Bild bei der Verhandlung der Ereignisse vom März 1848 gewinnen, welches Datum in der Geschichte der ungarischen Nation von überragender Wichtigkeit ist. Diese Studie macht einen Versuch, durch die Veröffentlichung von Briefen einiger zeitgenössischen Zeugen in Preßburg, sowie durch die Verwertung der damaligen Zeitungen und Erinnerungsschriften einerseits die Geschehnisse vom März 1848 wachzurufen, andererseits die meist verdienten, politisierenden jungen Juristen von dem letzten Ständetag in Preßburg der Vergessenheit zu entreißen und für die folgenden Generationen als Vorbild darzustellen. Als ein gemeinsames Kennzeichen der jetzt veröffentlichten, teilweise bis heute unbekannten und in Preßburg geschriebenen Privatbriefen - welche unter der berauschenden Wirkung der erlebten Ereignissen erfolgten - läßt sich feststellen, daß die Briefschreiber frischweg als Augenzeugen über die Ereignisse des Ständetages berichten, wobei sie die Rolle der jungen Juristen in den Berichten mit Absicht überwerten. Besonders interessant ist es bei diesen Briefen, daß zwei von den Adressierten Bewohner des Komitates Tolnau in der Reformzeit, sowie aktive Teilnehmer der Komitatspolitik waren. Der eine, Josef Magyary-Kossa wurde über seine liberale Ansicht aus der alten „des ungarischen Biedermeiers” als wichtige Figur des Komitates bekannt, der andere, István Bezerádj spielte als wichtiger Gesandte von mehreren Ständetagen der Reformzeit eine sehr wichtige Rolle auch in der Landespolitik. Die zwischen 14-18. März 1848 geschriebenen Privatbriefe der Autoren der veröffentlichten vier Briefe - Elek Bezerédj, Péter Büsbach, Károly Tormay und János Dobos - geben gemäß ihrer eigenartigen Gemütsanlagen, jedoch gegenständlich den hochwirksamen Bericht von Kossuth über die - teilweise auf ungarische 568

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