Gaál Zsuzsanna – K. Németh András (szerk.): A Wosinsky Mór Múzeum évkönyve 38. (Szekszárd, 2016)

Varga Máté: 17. századi pénzhamisító műhely leletei Pincehely határából

MÁTÉ VARGA Fundobjekte einer Geldfälscher Werkstatt aus dem 17. Jahrhundert am Flur von Pincehely Südöstlich von Pincehely, nördlich vom Fluß Kapos wurden auf einem Hügelzug, auf einer etwa 80 m langen Fläche Kupferblechstücke und rundförmige Plättchen gefunden. Die Fundstücke stammen von einem bekannten archäologischen Fundort, von einem mittelalterlichen-frühneuzeitlichen Gemeindeplatz. Die Siedlung ist mit der mittelalterlichen Siedlung, namens Koromzó zu identifizieren (in der Fundortdatenbasis steht als Pincehely-Bödönküt). Die erste Erwähnung der Ortschaft ist vom Jahre 1357, sie war jedoch sogar während der Türkenzeit bewohnt, zwischen 1565 und 1590 wurde der Ortsname in vier Steueraufnahmen eingetragen. In den 1980-er Jahren kam hier ein Münzfund hervor, er wurde jedoch nicht ins Museum gebracht. Auch über diesen Fundort veröffentlichte Attila Gaál (vorläufiger Museumsdirektor) einen Stempel vom 17. Jahrhundert mit arabischen Buchstaben, sowie Andrár K. Németh einen anderen Stempel vom Mittelalter. Die hier dargestellten Fundstücke waren von mit Metalldetektoren ausgerüsteten Amateuren gefunden, welche in mehreren Jahren zusammengesammelt wurden. Das hervorgekommene numismatische Material ist kein geschlossener Gesamtfund, sondern tauchte von einem größeren Gebiet hervor. Aufgrund der Funde läßt es sich feststellen, daß auch das Material einer Geldfälscherwerkstatt gefunden werden konnte. Im Gesamtfund finden wir Rohstoffe, Kupferbleche (6 Stk.), von denen die runden Plättchen ausgeschnitten wurden und viele rundförmige ungeprägte Blechplättchen (43 Stk.) sind auch verblieben. Bei den Fundstücken wurden auch Untersuchungen zwecks StofFzusammensetzungen durchgeführt, so stellten wir fest, daß manche versilbert sind, aber es gibt auch welche, auf denen es keine Prägung gibt. Unter den Fundstücken gibt es auch falsche Münzen, 26 Stk. sind eindeutig als Verfälschung zu betrachten. Im Hinblick auf die falschen und originellen Münzen, sowie auf die Größendaten und Münzenbilder sind wir zu dem Schluß gekommen, daß die Geldfälschung in der Zeit zwischen 1621-1659 gelaufen ist, vielleicht während der Herrschaft von Ferdinand II (1619-1637). Aus dieser Zeit haben wir wenige Quellen über die Fälschung, aber auch die hiesigen Fundstücke beweisen es, daß hier damals auch so eine verbotene Tätigkeit gelaufen ist. Das Material von Geldfälschungswerkstätten tauchen meistens in der Nähe von Burgen oder Städten, bzw. weltfernen Plätzen hervor. Hier kam es aber auf einem mittelalterlichen Dorfplatz zum Vorschein, so sind sie eher mit den Fundstücken von Vámtelek, Tevel und Bonyhádvarasd zu vergleichen. Die letzten zwei sind auch im Komitat Tolnau, etwa 30 km südlich von Pincehely zu finden. In Tevel wurden die Prägungen vom König Matthias II (1608- 1619) gefunden. So läßt es sich vielleicht auch feststellen, daß irgendeine Verbindung zwischen den Fundorten von Tevel und Pincehely besteht. Im Münzschatz des Fundortes (99 Münzen) haben wir neben einigen ausländischen Prägungen (Österreich, Tschechien, Polen) hauptsächlich ungarische Geldmünzen vom 12. Jahrhundert bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts gefunden. Die letzte Prägung des Münzschatzes ist ein Denar von Ferdinand III. aus 1651. Bedeutend sind die Jetons aus Nürnberg (8 Stk.), welche von den damals hier lebenden Südslawen als Juwelier benutzt waren. In der Nähe des Fundortes, in Pincehely gab es eine kleinere türkische Besatzungsgruppe zwischen 1615-1618/1619, deren Marodeur- oder Burgwachengruppe vielleicht irgendeine Beziehung mit der Geldfälschung haben konnte. Alles in 346

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