Gaál Zsuzsanna - K. Németh András (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 36. (Szekszárd, 2014)

Gaál Attila: 17-18. századi gyűrűk, pecsétgyűrűk és pecsétnyomók Tolna megyéből

ATTILA GAAL Ringe, Siegelringe und Stempelsiegel von den 17-18. Jahrhunderten aus Komitat Tolnau Der Herkunftsort der in der Sammlung des Szekszárder Museums Mór Wosinsky verwahrten Ringe, Siegelringe und Stempelsiegel aus den 17-18. Jahrhunderten ist nur teilweise bekannt. Ein Teil stammt aus der Sammlung von Dr. Gyula Zavaros, Arzt und Kunstliebhaber. Bei diesen Gegenständen läßt es sich nur mutmaßen, daß sie aus der Gegend von Paks und Kölesd, von den mittleren Teilen des Komitates Tolnau gesammelt wurden, welche Gegend zwischen 1526-1686 unter türkischer Botmäßigkeit stand. Ein anderer Teil kam bei den Ausgrabungen auf dem Gebiet der ehemaligen türkischen Plankenburg Újpalánk (Jeni Palanka) in der Nähe von Szekszard zum Vorschein. Die Fertigung und Benutzung dieser Gegenstände läßt sich zwischen 1596 (Datum des Burgbaus) und dem zweiten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts einschätzen. Neben den Publikationen1 der in türkischer Sammlung des Ungarischen Nationalmuseums stehenden osmanischen Ringen und Stempelsiegeln haben nur wenige bekannte archäologische Funde haben zur Verarbeitung des Fundmaterials im Komitat Tolnau beigetragen. Zu diesen gehören die Ringe von Eger (Erlau) und Pécs (Fünfkirchen)-Bányatelep, sowie die mit Aufschrift gezierten Stempelsiegeln2 von der Csónak Straße aus Buda und aus der Stadt Bares. Ringe Abgesehen von den selten vorkommenden perlmutterschimmernden Ringen wurden die meisten türkischen Siegelringe mit in Karneolstein gemeißelter Aufschrift gefertigt.3 Dieser Typ kam häufig vor, von den 24 beschrifteten osmanischen Ringen des Nationalmuseums sind 11 (also beinahe die Hälfte der Menge) Ringe mit Karneolstein geziert. Zur gleichen Zeit mit den beschrifteten Ringen wurden auch solche Kopfringe mit Karneolstein gefertigt, welche nicht als Siegelring benutzt waren. Zwei Karneolsteinringe mit silberner Einfassung gehören zu dieser nicht beschrifteten Gruppe (N°3, 11.). Der Fingerring ist gegossen, die den Stein haltende Einfassung wurde bei beiden Ringen später auf den Fingerring gelötet. Die ovale Einfassung ist am Fundstück aus Újpalánk relativ einfach, nur mit einem vertieften Strich geziert (N°3.). Auf dem Ring aus der Zavaros-Sammlung (N°ll.) findet man jedoch drei solche Elemente, welche die Forscher als für die osmanischen Ringe aus dem 17. Jahrhundert charakteristisch halten. Der Rand der ovalen Einfassung wird mit einer Gewölbemuster geschlossen, an der leicht gewölbten Hinterseite sieht man eine schön ausgearbeitete radiale Verzierung. An der Gegenseites des Fingerringes findet man eine rundförmige Erhöhung, ein Gegenkopf mit der Saubermachung des Ausgußhahns, der mit einem eingeschlagenen oder aus eingeritzten Linien stehenden Meisterzeichen (?) verziert ist.4 Die beiden ähnlichen Ringe des Ungarischen Nationalmuseums, das sehr ähnliche Fundstück aus Pécs 1 FEHÉR 1959. - Früher machte Frau Bárányné, géb. Magda Oberschall einige Stücke aus der Sammlung bekannt, undzwar im Buch: Lajos Fekete: Budapest während der Türkenherrschaft (1944). BÁRÁNYNÉ 1944, 367-368. LXXXVI. Schild Nr. 8-10, 13-17. - GERELYES 1994; GERELYES 2006. 2 FEHÉR 1963; GERELYES 2005; TÓTH 2003; TÓTH 2005; KOVÁCS et al. 2014. 3 FEHÉR 1963, 202. 4 FEHÉR 1959, 195; GERELYES 2006, 200. - Dieser Gegenkopf ist bei den Gußringen häufig. Er ist der Reststück des Ausgußhahns, welcher oft nur ein wenig geglättet, manchmal zu einer Zierfläche formiert wurde. 402

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