Gaál Zsuzsanna - K. Németh András (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 36. (Szekszárd, 2014)
Tugya Beáta - Szabó Géza - Csányi Viktor: Középkori állatcsont leletek Bonyhádról. Újabb adatok a Völgység középkori táplálkozási kultúrájához
BEÁTA TUGYA - GÉZA SZABÓ - VIKTOR CSÁNYI Mittelalterliche Tierknochenfunde aus Bonnhard - neuere Angaben zur mittelalterlichen Ernährungskultur des Landschaft Völgység (Talboden) Während der Bauarbeiten des Hipermarkets Tesco in Bonnhard wurden im Jahre 2007 auf einer 1883 m2 zusammenhängenden Fläche 170 Objekte aus der Zeit des Mongolensturms und der Türkenherrschaft freigelegt. Die am Teil ausgegrabene Siedlung läßt sich mit der mittelalterlichen Bonnhard identifizieren. Bei 21 unterschiedlichen Befunden wurden insgesamt 492 Tierknochen freigelegt. Unter den Knochen kamen - mit Ausnahme zwei Fischbeinen und sieben nicht bestimmbaren Vogelknochen - nur Überreste von Haustieren vor. Die Reihenfolge der Häufigkeit ist folgendes: Rindvieh (Bos taurus L.) - Schweine (Sus domesticus Erxl.) - kleinere Wiederkäuer (Caprinae G.) - Pferde (Equus caballus L.) - Hünde (Canis familiáris L.) - Hühner (Gallus domesticus L.) - Fische (Pisces sp.). Die kleinste bestimmbare Individuumzahl war 23. Insgesamt 21 solche archäologischen Objekte (Graben, Gruben, Ofen, Eisgrube) kamen vor, in denen sowohl Keramikstücke, als auch Tierknochen (Tabelle Nr. 2.) gefunden wurden, aus 57 Objekten wurden jedoch nur Keramikfunde freigelegt. Wir haben aber kein Objekt gefunden, im dessen Fundmaterial nur Tierknochen waren. Die eine auswertbare Menge enthaltenen Objekte etwa umrahmen die mit Säulen abgegrenzten Flächen als Beweis dafür, daß es hier einst ein mit Holzgebäuden bedeckter Teil stand. Die Keramik- und Knochenstücke enthaltenen Eintiefungen breiten sich in erster Finie auf den mittleren, unbedeckten Flächen aus (Abb. Nr. 2.). Auf den Langknochen beobachteten Breitaxtspuren und die auf den Fingerglieden dokumentierten Fraßspuren deuten auf die Küchenabfallart und auf die auch heute ähnliche Verwendungsart des Fleisches hin (Tabelle Nr. 3.). Kurz zusammengefaßt läßt es sich feststellen, daß die Tierhaltung in dieser Ortschaft bedeutend war. In der geprüften Zeitperiode gehörten zur Gemarkung außer den Innengründen auch die Außengründe, d.h. die im Leben der Dorfgemeinschaft eine Schwerpunktfrage bedeutende Wiesen, Ackerfelder und Wälder, die primäre und sekundäre Bühne der Tierhaltung. Die in der Ernährung eine zentrale Stelle erfüllende Eiweißstoffquelle stammte grundsätzlich aus Zuchttieren und den gefangenen Fischen. Zu dem beträchtlichen Fleischverbrauch gehörte zwangsläufig auch der Fischverbrauch dazu. Bei der Verbreitung der Garten- und Obstkultur übten die mittelalterlichen Kloster in der Umgebung eine wichtige Rolle aus, wie auch die Benediktinerabtei in Iván. Die Tierhaltung, die geregelte Fischerei, die sich Schritt für Schritt verbreitet Garten- und Obstkultur versahen die ehemaligen Bewohner der Siedlung mit abwechslungsreichen Lebensmitteln. 377