Gaál Zsuzsanna - K. Németh András (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 36. (Szekszárd, 2014)
Vízi Márta: Késő középkori téglaégető kemencék Bátaszék-Leperdpusztán
MÁRTA VIZI Ziegeleiofen in Bátaszék-Leperdpuszta aus der Spätmittelalterzeit Am südlichen Teil des Komitates Tolnau, im Tal des Lajvér-Bachs wurde in der Bahnspur der Autobahn M6 in nordöstlicher Richtung von dem Bach ein Abschnitt des zur Ausgrabung genehmigten Gebiets des am Hang hegenden Fundortes (Abb. Nr, 61.).1 Die Größe der tatsächlich ausgegrabenen Fläche an dieser Bahnspurfläche war 12.412 m2 *. Am Fundort wurden 525 Objekte ausgegraben und kamen Befunde aus mehreren Zeitaltern vor. Es wurden Gruben und Pfosten aus der Bronzezeit (Urzeit), Grabstätten eines Friedhofs aus der Völkerwanderungszeit (5. Jahrhundert), Gebäudeobjekte aus der Völkerwanderungszeit (Ruinen und Reste von Häusern, Gruben und Pfosten), Gruben und Außenofen aus der Arpadenzeit freigelegt. Aus den Objekten kamen viele interessante Fundstücke und Gegenstände vor, wie z.B.: Knochenkämme aus der Völkerwanderungszeit, Gefäße, faßförmige Perlenkette und Eisenglocken. In dem im Mittelalter errichteten Objekten haben wir neben den Keramik- und Knochenfundstücken auch Spielwürfel aus Knochen gefunden.2 Am südlichen Teil des Fundortes, in der Nähe des heutigen Lajvér-Bachs haben wir drei Ziegeleiofen freigelegt. Die Ofen verbreiteten sich eng nebeneinander an dem sanft hügeligen Hang (Abb. Nr. 62.). Die meisten Ofen haben fortbestanden, aller Wahrscheinlichkeit nach fehlte nur noch ihre Gewölbe, oder waren sie liegengeblieben (Abb. Nr. 63.). (Die Ofen tragen die an der Freilegung erteilten Zahlen, deutlichkeitshalber erhielten sie in diesem Artikel eine Ordinalzahl.)- Ofen Nr. 1. (Objektnr. 321): ablang, dreikanalig, mit engem Ofenraum.- Ofen Nr. 2. (Objektnr. 324): ablang, dreikanaliger Ofen. Eine Seite ist eingefallen, danach wurde als zweikanaliger Ofen benutzt.- Ofen Nr. 3. (Objektnr. 524): viereckig, dreikanalig. Unter dem eingefallenen Gewölbe war der Ofen voll mit verbrannten Ziegelsteinen. Nach dem kaputtgemachten Brand wurde mit der Benutzung des Ofens aufgehört. Obwohl die Öfen in ihren wichtigsten Merkmalen ähnlich waren, ließen sich doch in vielen Einzeilheiten voneinander unterscheiden und hatten ihren eigenen Charakter. In meiner Studie möchte ich diese Merkmale und meine eigenen Bemerkungen in Verbindung mit der Methode der Ziegelbrennerei bekanntmachen. ' Fundort M6 TO-013/A2 - Querschnitt 170,18-170,28 km. 2 Die Befunde wurden in der archäologischen Sammlung des Komitatsmuseums Mór Wosinsky (Szekszárdi hinterlegt. Inventarnr.: M-6-2006013A2.1.1.-M6-2006.013A2.525.3. 307