Gaál Zsuzsanna - Ódor János Gábor (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 35. (Szekszárd, 2013)

Kriston Vízi József: Évgyűrűk foglalatában

JÓZSEF KRISTON VÍZI In Fassung von Jahresringen: Die Betätigung von Gyula Balásy (Olthévíz, 1912 - Dombóvár, 1978) Der vor 100 Jahren geborene Gyula Balásy kam im Jahre 1953 nach Dombóvár. In den früheren Jahren seines Lebens absolvierte er als Kriegswaise eine Militärschule als Flugingenieur, aber daneben beschäftigte er schon früh mit bildender Kunst auch. Er führte auch Privatstudien in Bildhauerkunst. Im Jahre 1940 heiratete er in eine gutsituierte Bürger- und Künstlerfamilie in Miskolc ein. Am Ende des Weltkriegs geriet er in russische Kriegsgefangenschaft, nach der Heimkehr zog er zur Familie seiner Frau und baute wieder eine neue Existenz für sich. Er eignete sich die Drechselkunst an und wurde zuerst Heimarbeiter, dann selbständiger Holzmeister. Der nächste Schicksalsschlag seines Lebens erfolgte im Jahre 1952, als er mit seiner zum „klassenfremd” gestempelten Familie nach Hortobágy ausgesiedelt wurden. Wie auch bereits früher, auch in diesen schwierigen Jahren wurden beachtenswerte Einzelwerke gefertigt, welche sich zum Glück für die Nachwelt erhielten (Schlafende Frau, Muzsik aus Foksány, Hortobágyer Madonna, etc.). Dank seinem Fleiß kamen sie unter den ersten frei und wurden sie dann in Dombóvár konfiniert. Hier setzte er seine Holzarbeit fort, zuerst in Fonyód und Siófok, dann in Pécs und später im Verband der Budapester Erwerbsgenossenschaften als Heimarbeiter und Konstrukteur. Von den 1950-er Jahren wurde er bereits zum qualifizierten Volkskunstgewerbler (1960) und als Zweite zum Meister der Volkskunst im Komitat Tolna (1964) ernannt. Er hatte eigene und kollektive Ausstellungen und Vorstellungen auch im Ausland (Brussel, London, Prag), war jedoch als einer der meist anerkannten Persönlichkeit unter den Volkskünstlern und Handwerkern in Dombóvár und Szekszárd, sowie im ganzen Komitat Tolna. Neben der Holzschnitzerei war er auch der Initiator bei der Systematisierung der Vorstellungen und Revues der Photographen und Amateurfilmleute (etnographische und soziographische Filme) im Komitat Tolna. Zwischen den Jahren 1960-1980 erschaffte er eine Einführung und Anerkennung dieser Region des Süd-Transdanubiens, welche Jahrzehnte in dem heimischen Allgeimeinbildungs- und Kulturleben eine sehr lebhafte und spannende Zeitperiode bedeuteten. Sein Lebenswerk wurde von seiner Familie und Nachfolgern, sowie von dem Heimatfor­schungsmuseum in Dombóvár mit einer Lebenswerkausstellung verewigt und diese Studie umfaßt erstmals sein ganzes Lebenswerk, in erster Linie seine Tätigkeit als Holzschnitzer und Holzbildhauer. 445

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