Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 33. (Szekszárd, 2011)

Régészet - Csányi Viktor - Szabó Géza: A középkori Bonyhád helyének meghatározása az újabb régészeti feltárások alapján

Viktor Csányi- Géza Szabó Bestimmung der mittelalterlichen Bonnhard nach den neuesten archäologischen Freilegungen Auf dem östlichen Rand der heutigen Bonnhard, wo einst der mittelalterliche Weg unter den Hügeln Richtung Pécs schlängeinte, leisteten wir im Herbst 2007 zwei Wochen lang Bergungsgrabungen auf dem Gebiet de neu errichtenden Tesco-Warenhauses. Das freigelegene große Fundmaterial dient zum ersten Mal als authentische Quelle für die Geschichte der ganzen Region vor der Türkenzeit und ermöglicht nach der jahrhundertelangen Unsicherheit der Forschung endlich die Bestimmung des tatsächlichen mittelalterlichen Ortes der heutigen Stadt. Die archäologischen Beobachtungen, das Fundmaterial, die topographische Verbreitung des Fundortes und die zeitgemäßen wirtschaftsgeographischen Faktoren beweisen im gesamten, daß die jetzt freigelegene Ortschaft mit der in den mittelalterlichen Quellen als Bonyha erwähnten Siedlung identifizierbar ist. Das steht im Gegensatz mit der früheren Präsumtion, nach der sich die mittelalterliche Stadt an der westlichen Seite des Völgység-Bachs ausbreitete, in der Umgebung des heutigen Stadtzentrums und ziemlich weit von dem mittelalterlichen Verkehrsweg und dem Flußufer, welcher damals den unentbehrlichen Schauplatz des zeithaften Lebens bildete (Schild 1. 2.: mit rotem Kreis gezeichnetes Gebiet). 8". Im Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte des 13. und dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts lag die Siedlung ­nachweisbar mit archäologischen Funden und Gebäudeteilen - an der östlichen Seite des Völgység-Bachs, neben dem mittelalterlichen Weg. Die Quellen aus dem 15. Jahrhundert und die Defterbücher (Notizbücher) aus dem 16. Jahrhundert berichten über „zwei unterschiedlichen" Bonnhard. Die auf einem Teil des zu errichtenden Warenhauses freigelegte Siedlung wurde wegen Siedlungskonzentrationen des 13. Jahrhunderts ins Leben gerufen, welche nach dem archäologischen Fundmaterial spätestens in einem der türkischen Kriegszüge in den Jahren 1541­42 zerstört wurde. Danach ging das Leben nicht mehr an den Kriegsaufmarschwegen entlang weiter. Die Ortschaft wurde nicht mehr auf dem ehemaligen Gebiet am Fuße der Hügel, welches dem Hauptverkehrsweg entlang der Spur des ehemaligen römischen Weges folgte, sondern auf einem vom Kriegsweg weiter liegenden und geschützten Platz wiederaufgebaut. Die neue Siedlung bildete sich auf der sanften Anhöhe an der westlichen Seite des breiten Bruchtales des Völgység-Bachs neu. Die Schriftquellen der 14-17. Jahrhunderte belegen eindeutlich, daß Bonnhard als Gemeinschaft schwere Prüfungen überstand und in den durchgehenden Erwähnungen seines Namens wird die Ortschaft nie zu den öden Feldern eingeordnet. Nach den archäologischen Daten erstreckte sich jedoch Bonnhard bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts dem Hauptverkehrsweg entlang an der östlichen Seite des Völgység-Bachs, dann in der Türkenzeit westlich vom Völgység-Bach, etwa 1-2 km von der früheren Siedlung. 8 2 K. NÉMETH 2006, 45. 203

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