Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 33. (Szekszárd, 2011)

Régészet - K. Németh András: „Onnan köveket kemencze alljának s más szükségekre hordván..." Középkori templomaink pusztulásának történetéhez

András K. Németh „Onnan köveket kemencze altjának s más szükségekre hordván..." (Zitat aus einem alten Gedicht) Zur Geschichte der Zerstörung unserer mittelalterlichen Kirchen (Resume) Aufgrund meiner sich auf die mittelalterlichen Kirchen des Komitates Tolnau beziehende Datensammlung möchte ich auf die zeitlichen Abschnitte und Gründe der — in erster Linie mit Quellen besser unterstützten neuzeitlichen - Zerstörung der Kirchenruinen hinweisen. Die Zerstörungsabschnitte der mittelalterlichen Kirchen werde ich chronologisch, vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert überblicken. Als Hervorrufer der mittelalterlichen Zerstörung wird meistens der Mongolensturm erwähnt, wurden jedoch viele Dörfer, unter ihnen auch Kirchengemeinden auch wegen Naturkatastrophen, Wirschaftsgründen oder wegen inneren Kämpfen zu einsamen Orten. In der Türkenzeit läßt sich über einige in der Nähe von Burgen liegenden Kirchen bestätigen, daß sie zwecks Aufbau von Festungen niedergerissen wurden. Am Ende der Türkenherrschaft bezeichnen die Register auch mehrere Dörfer kirchenlos, deren Kirchen aber aus den mittelalterlichen Urkunden bekannt waren. Aus den zwei Jahrhunderten nach der Vertreibung der Türken stehen zahlreiche Quellen über den Abbruch und Herumtragung der beschädigten mittelalterlichen Kirchen zur Verfügung. Die wichtigsten Quellen sind am Anfang des 18. Jahrhunderts die Kirchenbesuchprotokolle, welche viele für heute bereits spurlos verschwundene Kirchen mit mehr oder wenigen hochgehenden Mauern, aber auch die Handschriftslandkarten - unter ihnen allererstens die erste militärische Vermessung - mehrere Dutzend von Kirchenruinen bezeichnen. Die Türkenzeit mit kleineren-größeren Beschädigungen überlebende, aber „dorflos" gewordene (bzw. die manchmal im Innengebiet der Siedlungen stehenden, aber trümmerhaften) Kirchen wurden im allgemeinen beim Wiederaufbau im 18. Jahrhundert als einzige Baumaterialquelle für den Bau der naheliegenden neuen Kirchen benutzt, oft haben aber auch der Landbesitzer - oder mal auch die einfachen Bauern zu ihren eigenen Zwecken verwendet. Das restliche, übriggebliebene Teil wurde dann im 19. Jahrhundert endgültig abgeschleppt, wobei die leicht abbaubaren Grundmauerelemente sogar aus dem Boden ausgegraben wurden. In der Zeit des verstärkten Erbenschutzes nach dem zweiten Weltkrieg zeigten die verlassenen mittelalterlichen Kirchen, welche in am Baumaterial armen Ortschaften standen, bereits die auch heutzutage bekannte Form vor: ihr Platz auf dem Ackerland wird meistens durch kleingeschlagene Gestein- und Ziegelbruchstücke, Mörtel- und Verputzstücke, oder aus dem um die Kirche liegenden Friedhof ausgerodenen Menschenknochen­Bruchstücke gezeichnet. 127

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