Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 32. (Szekszárd, 2010)

Hajdú Tamás: A bronzkori Dunántúli mészbetétes edények kultúrájának bonyhádi temetője feltárása és az embertani leletek feldolgozása során alkalmazott módszerek tanulságai

Tamás Hajdú Freilegung der Kultur des Volkes der inkrustierten Gefäße im Bonyháder Friedhof aus der transdanubischen Bronzezeit sowie Lehren der bei der Prüfung der anthropologischen Funde angewandten Methoden (Resümee) In der Umgebung der Stadt Bonyhád (Komitat Tolna) wurden bei in 2008 und 2009 durchgeführten präventiven archäologischen Ausgrabungen ein Friedhof aus der Bronzezeit und einige Grabstätten aus der Eisenzeit freigelegt, die von der Bevölkerung der Kultur der inkrustierten Gefäße in Transdanubien benutzt waren. Während meiner Arbeit habe ich die anthropologischen Funde von 119 Bestattungen aus der Bronzezeit geprüft. Bei der Ausarbeitung meiner Studie setzte ich mir zum vorrangigen Ziel die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu erregen, um wieviel mehr Informationen bei der Ausgrabung eines Friedhofs und der Verarbeitung des Fundmaterials in dem Fall erworben werden können, wenn die Archäologen und die Anthropologen bei ihrer Arbeit auf die gegenseitigen Informationen basieren und im Interesse der immer genaueren Rekonstruktion und Erkenntnis der Vergangenheit wirklich zusammenarbeiten. Dank der bei der Freilegung der anthropologischen Funde des Bonyháder Friedhofs angewandten Methoden bietete sich die Möglichkeit, auf mehrere Elemente der Bestattungszeremonie zu folgern. Nach den auf den Knochenbruchstücken bemerkbaren Bruchlinien konnten die Körper kurz nach der Todeszeit verbrannt werden. Auch bei mehreren Fällen ließ es sich nachweisen, daß in den Fällen als die zwei Verstorbenen in ein gemeinsames Grab beigesetzt wurden, kamen die zwei Leichname zusammen auf Scheiterhaufen und ihre sterblichen Überreste im Grab sich (manchmal im verschiedenen Maße) vermischten. Einmal wurden die Überreste der beiden Verstorbenen während der Zeremonie separat behandelt, ein anderes Mal machte man einen Versuch darauf. Bei der Zusammenstellung und beim Verbrennen des Scheiterhaufens, sowie danach bei der Zusammensammlung der Knochen - mit Ausnahme von zwei Fällen - bemühten sich die Vollbringer der Zeremonie garnicht die anatomische Ordnung der verbrannten Knochen zu bewahren. Bei zwei Fällen wurden jedoch die Körper im Grab verascht. Für den Ritus der Grabstätte der beiden „örtlich veraschten" Personen können wir zur Zeit keine Paralelle weder aus dem Karpatenbecken der Bronzezeit, noch aus anderen europäischen Gebieten finden. Aufgrund der Farbentone und Bröckeligkeit der kalzinierten Bruchstücke läßt sich es voraussetzen, daß die Verbrennung vollkommen und intensiv war, welche von langer Dauer und mit hoher Temperatur erfolgte. Nach der Menge der Knochenbruchstücke und der identifizierbaren Bruchstücke strebten die Vollbringer der Zeremonie nicht nach der bewußten Selektion der einzelnen Körperteile, sie passten jedoch darauf auf, die Knochenbruchstücke von dem Scheiterhaufen nach der Einäscherung immer vollständiger zusammenzusammeln. Unten der menschlichen Überresten konnte man verbrannte Tierknochen nie beobachten, unverbrannte Tierknochen wurden auf nur zweimal ausgegraben. Ohne die Ergebnisse der archäozoologischen Untersuchungen läßt sich jedoch zur Zeit nicht entscheiden, ob diese als Speisenbeigaben auszulegen sind, oder sich später in die menschlichen Überreste einmischten. Tamás Hajdú Tamás ELTE-TTK (Universität für Naturwissenschaft), Institut für Biologie, Lehrstuhl Anthropologie 1117 Budapest, Pázmány Péter sétány 1/C. haidut@elte.hu 139

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