Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 29. (Szekszárd, 2007)

Zalai-Gaál István: Von Lengyel bis Mórágy. Die spätneolithische Grabkeramik in Südtransdanubien aus den alten Ausgrabungen. I. Analyse

Diagramm 18. Quantitative Verteilung der Gruppen plastischer Verzierungen nach Gräbern in Zengővárkony, Mórágy und Györe. 6. KOMBINATORISCHE ANALYSE DER GRABKERAMIK Bei der quantitativen und qualitativen Analyse der im Rahmen dieser Arbeit untersuchten Grabkeramik hielten wir uns die folgende Feststellung vor Augen „Die 'Gesamtbotschaft' ist somit als eine kulturell gebundene Identität zu verstehen, die räumlich oder zeitlich mit 'Gesamtbotschaften' anderer Kulturen vergliechen werden kann. Das Erkennen und die Beurteilung der 'Gesamtbotschaft' einer 'archäologischen Kultur' müssen durch eine qualitative Analyse durchgeführt werden, damit klar wird, welche formativen und dekorativen Merkmale bestehen und in welcher Kombination sie benützt worden sind. Die darauffolgende quantitative Analyse des Materials soll schließlich die lokalen oder regionalen und funktionellen Unterschiede bei der Verwendung der 'Gesamtbotschaft' in konkreten Siedlungsgemeinschaften untersuchen" 300 Als Ergebnis der Lengyel-Forschungen der letzten 30 Jahren in Ungarn, der Slowakei, Mähren und Österreich kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass auch die Entwicklung der Lengyel-Kultur drei Horizonte oder Stufen (frühe, mittlere und späte) umfasst. Es handelt sich dabei aber selten um „reine" Stufen, vielmehr sollte auch mit Übergängen gerechnet werden. 6.1. Keramische Gruppen Bei der Analyse der Grabkeramik der Lengyel-Gräberfelder Südtransdanubiens haben wir in erster Linie die Varianten („Typen") zur zeitlichen Einordnung der Bestattungen benutzt. Die Zahl der keramischen Varianten beträgt in Zengő várkony insgesamt 108, in Mórágy nur 57, in Györe 21, in Villánykövesd, in Pári­Altacker und in Szekszárd-Ágostonpuszta je 10, in Lengyel und Zomba-Paradicsompuszta 14 bzw. 15. Die Zahl der Varianten auf den einzelnen Fundorten (Gräberfeldern) ist also in erster Linie von der Größe der Grabungsflächen abhängig. Besonders die Fundumstände aus Györe - 21 Varianten in 15 Gräbern - dürften ein Beweis dafür sein, dass auch die relativchronologische Stellung der Bestattungen eine große Bedeutung beim Zustandekommen der Typenzahl gehabt haben dürfte. In die Kombinationsstatistik nahmen wir 162 keramische Einheiten aus 270 Gräbern auf. Die Keramiken aus Lengyel und Zomba-Paradicsompuszta können nicht nach Gräbern getrennt werden - diese Funde wurden deshalb nicht in die Analyse aufgenommen. An Hand der kombinatorischen Zusammenhänge konnte die relativchronologische Stellung von insgesamt 124 Gräbern und 110 keramischen Profilvarianten bestimmt werden. Die Gräber mit diesen Typen wurden mit Hilfe der Seriationsmatrix in drei Horizonten oder Stufen geteilt (Tabelle 9). LICHARDUS - LICHARDUS-ITTEN 1995, 36-37. 83

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