Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 29. (Szekszárd, 2007)

Zalai-Gaál István: Von Lengyel bis Mórágy. Die spätneolithische Grabkeramik in Südtransdanubien aus den alten Ausgrabungen. I. Analyse

Diagramm 1. Die Verteilung der Bestattungen nach Gefaßzahl. Hinsichtlich der Zahl der Keramik pro Grab zeigen sich augenfällige Unterschiede zwischen den Gräberfeldern von Zengővárkony und Mórágy. In Mórágy kommen kaum Bestattungen mit einer größeren Anzahl von Gefäßen vor. Über 6 Gefäße liegen hier aus beiden Bestattungsplätzen nur aus je einem und 10 aus einem einzigen Grab vor. Die Zahl der Gefäße pro Grab ist auf den südtransdanubischen Lengyel­Gräberfeldern auch von der relativchronologischen Stellung der einzelnen Bestattungsobjekte abhängig. Die Mitgabe von Keramikgefaßen in großer Zahl ist zumeist fur die frühlengyelzeitliche Entwicklung sehr typisch. Das beweisen die Beispiele aus Zengővárkony 161 ebenso wie die Brandgräber von Györe. Bestattungen dieser frühesten Lengyel-Phase sind in den bislang freigelegten Gräbergruppen von Mórágy nicht vertreten . Die außerordentlich hohe Anzahl der Gefäße pro Grab ist auch für die Gräber des Protolengyel­Horizontes aus Luzianky charakteristisch: hier ist das Vorkommen von 10 bis 14 Keramikgefaßen nicht selten - bei einem Skelett fand man sogar 20 Gefäße 162 . 4.2. Zusammenhänge zwischen Gefäßzahl pro Grab und anthropologischen Kategorien Früher wurde angenommen, dass die Zusammensetzung und Menge der Keramik in einem Grab auf den Bestattungsplätzen der westlichen Linearbandkeramik und der Lengyel-Kultur nicht zufällig zustande gekommen ist, sondern in direktem Zusammenhang mit dem Lebensalter und der Stellung des verstorbenen Individuums steht. Unter den bestatteten Individuen dürfte eine wie auch immer geartete Rangordnung existiert haben, die sich auch in der Zahl der Gefäße pro Grab wiederspiegelt 163 . In der Gräbergruppe Zengővárkony 2b liegen z. B. das mit zehn Gefäßen ausgestattete Grab IIa und das mit sechs Gefäßen versehene Grab 12 nebeneinander 164 . Durch eine hohe Gefaßanzahl auffallende Bestattungen scheinen auch in Zengővárkony 3b räumlich aufeinander Bezug zu nehmen 165 . In Zengővárkony 5 enthielt das Frauengrab 45 mit 6 Exemplaren die meisten Gefäße. Eine ähnliche Hierarchie innerhalb der Bestattungen scheint sich auch in Zengővárkony 6a abzuzeichnen. Dementsprechend wäre die Kinderbestattung 61 in diesem Bestattungsplatz an die Spitze zu stellen. Diesem folgen das Männergrab 57 und schließlich das Kindergrab 63. In Zengővárkony 6b befinden sich die zwei mit vielen Gefäßen ausgestatteten Kindergräber wiederum 'ZALAI-GAÁLICSS^. 2 NOVOTNY1962. 3 ZALAI-GAÁL 1988, 56-74. 4 Ebd. 56, Karte 14. 5 Ebd. 58, Karte 20. 25

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