Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 29. (Szekszárd, 2007)
Zalai-Gaál István: Von Lengyel bis Mórágy. Die spätneolithische Grabkeramik in Südtransdanubien aus den alten Ausgrabungen. I. Analyse
4. DIE SPÄTNEOLITH1SCHE GRABKERAMIK IN SÜDTRANSDANUBIEN 4.1. Gefäßzahl pro Grab Auf den Gräberfeldern der Lengyel-Kultur ist, ebenso wie in der vorangehenden Linienbandkeramik und der folgenden Kupferzeit, die am häufigsten vorhandene Grabbeigabe Keramik bzw. in den Keramikgefäßen deponierte Speise- und Getränkbeigaben. Der Anteil der mit Keramikgefäßen ausgestatteten Bestattungen auf den größeren linienbandkeramischen Gräberfeldern variiert stark. In Nyitra enthielten 84,4%' 56 , in Rutzing 40,9% 157 und in Flomborn nur 25,3% 158 der Gräber Keramik. Der Anteil der keramikführenden Bestattungen beträgt in der spätlengyelzeitlichen Brodzany-Nitra-Gruppe 63,6%, wobei hier nie mehr als je zwei Gefäße pro Grab vorhanden sind. In der zeitlich folgenden Ludanice-Gruppe liegt das Verhältnis schon bei 77,2%. Hier werden auch mehr als zwei Gefäße pro Grab (5 bis 7) beigegeben 159 . In den neolithischen Gräberfeldern Böhmens enthielten 70% bis 100% der Bestattungen Keramikbeigaben 160 . In Südtransdanubien wurden in 86,4% (569) der Bestattungen Keramik bzw. Gefaßfragmente gefunden, wobei die genaue Anzahl der Gefäße pro Grab in 70 Fällen nicht bekannt ist (Tabelle 1). Auch der Anteil der Gräber, die nur Beigaben aus Keramik enthalten, ist hoch (34,5%, 227). Der Prozentsatz in den als repräsentativ zu wertenden Gräberfeldern variiert zwischen 32,1% (Zengővárkony 6d) und 73,3% (Zengővárkony 5). In Mórágy Bi liegen nur aus 19,2% (16) der Gräber ausschließlich Keramikbeigaben vor. Dabei ist der Anteil von keramikführenden Bestattungen in Zengővárkony und Mórágy beinahe gleich hoch (88,1 %, 333, und 86,2%, 94), was auf die Bestattungssitten zurückzuführen sein dürfte. 19,6% (112) der mit Keramik ausgestatteten südtransdanubischen Bestattungen enthielten je ein, 21,0% (120) je zwei und 14,5% (83) je drei Gefäße. Der Anteil der mit vier (10,7%, 61), fünf (10,0%, 57) und sechs (5,6%o, 32) Gefäßen begrabenen Toten ist viel kleiner. Mehr Keramikgefaße (6 Gefäße: 5,6%, 32; 7: 2,9%, 17; 8: 0,7 %, 4; 9: 1,4%, 9) wurden noch viel seltener beigegeben. In wenigen Gräbern fand man mehr als neun Gefäße. Je 10 Exemplare wurden dem erwachsenen Mann aus Grab 108 der Gräbergruppe Zengővárkony 9 und dem männlichen Kind aus Grab 109 von Mórágy mitgegeben. Elf bzw. zwölf Gefäße wurden in den Brandgräbern 12 und 13 aus Györe gefunden. Die bislang größte Zahl von Gefäßen enthielt die Bestattung eines Erwachsenen aus Grab 114 der Gräbergruppe 9 von Zengővárkony. Zusammenfassend ist feststellbar, dass in den meisten Gräbern - in 63,1% (315) 1 bis 3 Gefäße niedergelegt wurden. 4 bis 6 Exemplare gelangten hingegen nur in 30,0% (150) ins Grab - der Anteil ist also nur halb so hoch wie bei der ersten Kategorie. 7 bis 8 Keramikgefaße liegen nur noch aus 4,2% (21) der Gräber vor. Mehr als 8 Exemplare finden sich nur noch in 13 Gräbern (2,6%) Südtransdanubiens (Tabelle 2, Diagramm 1). 156 PAVÚK 1972. 157 KLOIBER - KNEIDINGER 1969. 158 RICHTER 1969. 159 NEV1ZÁNSZKY 1985, 70. 160 ZÁPOTOCKÁ 1998, 136. 23