Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 28. (Szekszárd, 2006)
Zalai-Gaál István: A lengyeli kultúra tengeri kagylóékszerei a Dél-Dunántúlon
István Zalai-Gaál Meeresmuschelschmuck der Lengyel-Kultur in Südtransdanubien Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist in erster Linie die Materialvorlage der aus Meeresmuscheln- und Schnecken geschnitzten Schmuckartefakte der spätneolithischen Lengyel-Kultur in Südtransdanubien, die während der Ausgrabungen der letzten 120 Jahren entdeckt wurden. Es wird auch versucht, diese Funde typologisch und chronologisch einzuordnen. Aus Meeresmuscheln- und Schnecken hergestellte Schmuckstücke sind in 70 dokumentierten Bestattungen von acht lengyelzeitlichen Nekropolen (Schanzwerk von Lengyel, Szekszárd-Ágostonpuszta, Pári-Altacker, Tevel-Zsidóhegy, Györe-Bocok, Mórágy-Tűzkődomb, Zengővárkony, Villánykövesd) des südtransdanubischen Raumes belegt. Es handelt sich also um 10,7% aller (659) Lengyel-Bestattungen, die in die merkmalanalytische Untersuchung einbezogen wurden. In Zengővárkony fand man solchen Schmuck bei nicht mehr als 22 Skeletten (5,8%) von zehn Gräbergruppen. Spondylus- und Dentaliumschmuck sind in Lengyel dagegen schon für 32,8% (22) und in Mórágy für 15,7% (17) der Bestattungen typisch. Muschelschmuckstücke wurden in Mórágy, Györe und Mucsfa auch als Streufunde gefunden. Die naturwissenschaftlichen (paläontologischen) Untersuchungen der hier behandelten Fundstücke führte Prof. Pál Sümegi durch: Er stellte fest, daß diese Artefakte aus rezenten (Spondylus gaederopus, Glycerimis glycerimis und Pinna nobilis) bzw. aus fossilen (Ostrea und Dentalia badense) Seemuscheln- und Schnecken hergestellt worden sind. Schmuck aus Glycerimis kam nur einmal in Györe als Streufund zum Vorschein. Die Verteilung der südtransdanubischen Lengyel-Gräber mit den verschiedenen Muschelarten stellt Diagramm l dar. Die typologische Einordnung des lengyelzeitlichen Muschelschmucks nahmen wir anhand des Systems von M. F. Séfériades fort, es kann nämlich sowohl für das Neolithikum als auch für die Kupferzeit des gesamten europäischen Raumes für gültig angesehen werden. Bei 52,8% (37) der muschelschmuckführenden südtransdanubischen Bestattungen erscheint der Spondylusschmuck allein, also ohne Dentalium. Dentaliumschmuck allein ist in 24,2% (17) der Bestattungen belegt, Spondylus mit Dentalium vergesellschaftet ist aber nur in 22,8% (16) Fällen vorhanden (Diagramm 2). Die relativchronologische Einordnung der südtransdanubischen Lengyel-Gräber wurde mit Hilfe von keramischen Merkmal analyse durchgeführt. Je 15,7% (6-6) der muschelschmuckführenden Bestattungen vertreten den frühen (Lengyel la) und den Übergangshorizont (Lengyel lb) der Belegungszeit der südtransdanubischen Gräberfelder, 68,4% (26) der Bestattungen gehört dagegen zum späten (Lengyel IIa) Belegungshorizont der behandelten Gräberfelder. Während des frühen und des Übergangshorizontes wurde der Spondylusschmuck noch allein, also ohne Dentalium getragen (Diagramm 4). Die Daten weisen dafür hin, daß das Erscheinen der verschiedenen Muschel- und Schneckenarten in den Gräbern relativchronologisch bestimmt ist, sie können ausschließlich unter dem Termin „Spondylus" keineswegs zusammenfaßt werden. Das spondylustypologische System von M. F. Séfériades enthält insgesamt 30 Typen, in den südtransdanubischen Lengyel-Gräbern sind acht von ihnen vorhanden und ein weiterer Typ kam als Streufund zutage. Die Zahl der Grabfunde aus Spondylus beträgt wenigstens 392 und die der aus Dentalium wenigstens 420. Die Zahl der Muschelschmucktypen und der Anteil der Bestattungen mit solchen Stücken 86