Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 27. (Szekszárd, 2005)
Sümegi József: Adatok a középkori bátai búcsújáróhely topográfiájához
József Sümegi Daten zur Topographie des mittelalterlichen Wallfahrtsortes in Bâta Der benediktinische Kloster in Bâta und der Gnadenort „Szent Vér" (Heiliges Blut) gehörten zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten des ungarischen Mittelalters. Wann und wie die Reliquie „Szent Vér" enstand, wissen wir nicht, es ist aber zweifellos festzustellen, dass sie einen landes weiten Ruhm der Gemeinde Bâta erlangte. Könige, Barone, Adeligen, Stadtbürger und einfache Leute suchten sie auf und brachten ihre wertvollen Geschenke in die Wallfahrstkirche mit. Die Türken haben aber das Land verwüstet und den berühmten „Heiliges Blut"-Kult abgebrochen, am Ende des XIX. Jahrhunderts sind auch die Ruinen des Klosters verschwunden. In unserer Studie haben wir versucht, die mittelalterliche geographische Umgebung und Anfahrt des Bátaer Wallfahrtsortes, sowie die in Verbindung mit dem Wallfahrtsort gefundenen historischen Daten vorzustellen, und unsere jahrzehntelangen Bebobachtungen zusammenzufassen, die wir entlang der ehemaligen Weglinien getrofen haben. Die benediktinische Abtei in Bâta wurde vom König László der Heilige im Jahre 1093 auf einen hochaufragenden Punkt der Berglehne des Donauraums im transdanubischen Hügelland gebaut. An die Abtei konnte man nur auf einer Serpentine herankommen, die auch heute zur Kirche „Heiliges Blut" führt. Hier kreuzten sich auch die Wallfahrtswege aus verschiedenen Richtungen. Bâta war ein bedeutender Flussübergang an der Donau, die mit Schiff fahrenden Pilger, sowie von der anderen Seite der Donau kommenden Leute konnten aus dieser Richtung die Abtei erreichen. Die durch den Hafen kommenden Pilger sind am Bátatő, in der Nähe der Sió-Mündung ans Ufer gegangen. Dieses Teil der Siedlung hiess man vom Ende des XIV.Jahrhunderts „Alsó-Báta", hier stand auch die im XIII-XIV. Jahrhundert errichtete Pfarrkirche St. Margareth. Wenn der Pilger seinen Weg nach Westen fortsetzte, konnte er auf der Serpentine schnell an die Abtei herankommen. Viele konnten auch auf den Landstrassen kommen, hier zog nämlich der ehemalige römische Kriegsweg zwischen Buda und Esseg hin, auf den mehrere wichtige Nebenwege mündeten, wie z.B. die Landstrasse nach Siklós oder die von Pécs nach Szék. Die auf der Landstrasse von Buda kommenden Pilgerstiegen konnten von einem doppeiförmigen Tal niedersteigen und an die Abtei herankommen. In diesem doppeiförmigen Tal stand ein Gebäude, vielleicht ein Gasthof oder Gasthaus, dessen Fundamente Anfang der 1980-er Jahren ausgehoben wurden. Etwa 100-120 m nördlich von diesem Gebäude stand auch ein grösseres Gebäude, wahrscheinlich auch ein Gast- oder Pilgerhaus, das aber nicht zu dem Gebäudekomplex der Abtei gehören konnte. Auf dem Grundstück des Gebäudes tauchten zahlreiche Bruchstücke von Gegenständen aus den mittelalterlichen Zeiten auf. Nach etwa 50 m von dem erwähnten Gebäude konnte man an das Haupttor der Abtei aus südwestlicher Richtung herankommen. 108