Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 26. (Szekszárd, 2004)

Prohászka Péter: VII. Mikháel Dukas bizánci császár ólombullája Dunaföldvárról

Péter Prohászka Das Bleisiegel des byzantinischen Kaisers Michael VII. Dukas aus Dunaföldvár Bei den Untersuchungen der byzantinischen-ungarischen Beziehungen spielen neben den schriftlichen Quellen meistens nur die Juwelen und das numismatische Material eine Rolle. Die byzantinischen Siegel aus dem Karpatenbecken wurden bis heute nicht bearbeitet. Den ersten Schritt unternahm zwar Charalampos G. Chotzakoglou mit der Publizierung der im Ungarischen Nationalmuseum befindlichen Stücke, die aber meistens aus dem Kunsthandel stammen und bloß bei einem kennen wir den Fundort. Dieses wurde in 1897 in Dunaszekcsö gefunden und stammt aus dem 10. Jahrhundert. In 1894 wurde von Zsigmond Szelle in Archaeologiai Közlemények noch ein Siegel mit anderen ur- und römerzeitlichen Alterthümer beschrieben, welches die Forschung bisher nicht beachtet hat. Nach Szelle kam eine „Bleimünze" in Dunaföldvár (Kom. Tolna) mit cyrillischen Buchstaben und dem sitzenden Jesus Christus auf der Vorderseite und mit einem stehenden Herrscher und Inschrift «KRATA 08 TIOMUKA MIXANAVTO» auf der Rückseite zum Vorschein. Er hielt die Bleimünze für ein Amulett aus der Zeit des Serbenkönigs Dusan. Wir können mit Hilfe der schon publizierten Siegel die Sielben auf dem Dunaföldvárer Siegel in die richtige Reihenfolge setzen und ergänzen. Die Inschrift lautet dann so: MXAHAVTOKRATPCDM OAUKA das heisst: [ + ]Mixcci|[A,]avToicpdT(u)p)TP(ü^afojv)dAoüKa(c) Das Siegel gehört nach der Inschrift zu dem byzantinischen Kaiser Michael VII. Dukas (1071-1078), der unter seiner Herrschaft nur diesen einen Siegeltyp benutzte. In 1071 brachten Auseinandersetzungen an der ungarisch-byzantinischen Grenze aus, die nach langen Friedensjahren zu ständigen Kämpfen führten. Diese Feindschaft dauerte bis zum Schlacht von Mogyoród (1074), wo Herzog Géza nicht nur den Schlacht sondern auch die Krone gewinnen konnte. Die veränderte innenpolitische Lage brachte Frieden an den südlichen ungarischen Grenzen und engere Beziehungen mit dem Byzantinischen Reich. Gézas Königreich wurde von dem Reich anerkannt, worüber den unteren Teil der ungarischen königlichen Krone die sogenannte corona graeca bezeugt. Auf der Krone befindet sich nicht nur das Bild des Kaisers, sondern auch des ungarischen Königs. Diese Krone gelangte als Krönungsgeschenk an der ungarischen Königin und mit der Inschrift neben Gézas Bild wurde sein Königreich auch anerkannt. Die neue Lage war nicht nur für Ungarn sondern auch für Byzanz günstig, weil so die donauländische Gebiete stabilisieren und seine befreite Kräfte anderswo einsetzen konnte. Wir können das Siegel von Dunaföld vár in die Jahre 1071-1078 datieren, aber höchstwahrscheinlich nach 1074 gelangte mit dem Brief aus dem kaiserlichen Hoff nach Ungarn. Nach dem Bericht Szelles wurde es an der Donau in einer Sandbank gefunden und so können wir vielleicht annehmen, dass dort ein Schiff mit dem kaiserlichen Brief versank. 212

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