Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 25. (Szekszárd, 2003)

Zentai Tünde: Tolna megyei épületek a Szabadtéri Néprajzi Múzeumban

Tünde Zentai Gebäude aus dem Komitat Tolnau im Freilandfolklormuseum Die Autorin trägt eine der grössten Aktion der ungarischen Folkloristik im XX. Jahrhundert in ihrem Artikel vor, sie legt die aus dem Komitat Tolnau in das in Szentendre aufzubauende Freilandfolklormuseum umgesiedelten Gebäude und deren Einrichtungen dar. Als Einleitung berichtet sie über die seit 2001 bauende südtransdanubische Landeseinheit, die die ortshistorische und Baukunsttraditionen der südlich vom Plattensee liegenden Landschaft in Transdanubien, sowie die entschwundene Welt, Kultur und Leben der ehemaligen Marktflecken und Dörfer des XVIII-XX. Jahrhunderts darstellt. In dem südtransdanubischen Dorf wird das Komitat Tolnau durch zwei Höfen (Fadd und Öcsény), sowie einen Weinhof (Ocsény) vertreten, wobei dieses Dorf nach den Plänen und Arbeit von Tünde Zentai, Projektleiterin aus acht kompletten Grundstücken und Ersatzbaueinheiten (Gebäudekomplex im Weinberg, Garten und Friedhof) besteht. Der erste Hof der Landeseinheit an der linken Seite besteht aus umgesiedelten Gebäuden aus der Gemeinde Fadd. Diese Gemeinde wurde bereits im Jahre 1055 im Tihanyer Stiftungsbrief erwähnt, seit 1475 war sie Marktflecken, von dem XIX. Jahrhundert Grossgemeinde. Ihre Bevölkerung lebte hauptsächlich aus Landwirtschaft, ab dem XVIII. Jahrhundert waren sie auch über den Tabakbau, sowie ab dem XIX. Jahrhundert über ihre traditonellen volkstümlichen Möbeln mit gezierten Tulpenmotiven berühmt. Zu dem umgesiedelten und Anfang des XIX. Jahrhundert gebauten Haus mit Gang (besteht aus Zimmer, Küche, Stube, Kammer und Stall) gehörte eine mittelgrosse Bauernwirtschaft (16 Acker Land, 1000 Quadratklafter Tabak, 800 Quadratklafter Weingarten), sowie entsprechende Nebengebäude, wie Tabak- und Heuscheune, Schweinestall, Brunnen, Klosett und Zäune. Das ganze Gebäudekomplex mit dem Grundstück wird im Museum in voller Grösse erscheinen, nur die Tabakpflanzung wird kleiner. Die Einrichtung des Hauses ist mit einer Familiengeschichte verbunden und verewigt den 24. Dezember 1907, als das Haus noch mit Holzschindel bedeckt war. Dieses konkrete Datum macht es möglich, die mit dem Weihnachtstisch verbundenen Volkssitten, sowie das eigenartig eingerichtete und fluchabwendende sog. Kinderbett der am 13. Dezember gebärenden Mutter darzustellen. In der Putzstube (Paradestube) sind die blaugefärbten blumigen, am Ort gefertigten Tischlermöbel eingeräumt. Die zeitgleiche Einrichtung der Nebengebäude stellt den Wirtschaftsbetrieb dar, die Straße und das Grundstück werden mit im Jahre 1907 in Fadd angebauten Landsorten bepflanzt. Auf dem zweiten Grundstück der rechten Seite in der Museumstraße wird ein L-förmiges Stampfbauhaus mit Brüstung und Gang aus der Gemeinde Ocsény aufgebaut. Dieses unterkellerte zehnräumige Wohngebäude mit Steinfundament stellt das Leben und die prachtvolle Volkskunst der reichsten Bauern Ungarns aus der Region „Sárköz"dar. Dieses Haus wurde im Jahre 1872 renoviert, gleichzeitig gestaltete man eine Putzstube mit gefärbten Möbeln mit Blumenmotiven, mit einer Menge von Textilien und farbigen Decken aus. Das Datum 1872 steht auf der Straßengiebel wand mit gefärbtem Verputz, auf der beblümten Eckbank, auf der eingebauten Wandtheke und auf einem Kachelofen mit grüner Glasur, mit dem Namen, bzw. Monogramm der Eigentümer. Die Einrichtung stellt das „personifizierte" Leben der Familie Bálint­Tóth (drei Generationen mit sechs Familienmitgliedern) dar, mit sehr vielen, teilweise aus dem Haus stammenden originellen Gegenständen. Unter diesen zeichnet sich das Prunkbett mit einer Jahreszahl 1847 aus, mit seinem beblümten Betthaupt und mit der bis zur Decke angestapelten Federbettwäsche mit rot­blaufarbigen Gewebe. Im Jahre 1872 besaßen die Eigentümer des Öcsényer Hauses 50 Acker Land, mit Ställen zur Tierhaltung und 2000 Quadratklafter Weingut. Zum Weingut gehörte zwei Gebäude: ein Wohngebäude mit Zimmer, Küche, Stall und Schuppen, sowie ein 26 m langer Keller mit Topfgewölbe und mit Preßhaus. Diesen sog. 265

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