Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 24. (Szekszárd, 2002)
Várady Zoltán: A románkori és korai gótikus feliratok
Zoltán Várady Romanische und frühgotische inschriften Aufgrund des Obigen kann mit dem Inschriftenstil der Romanik - wie in Europa - auch in Ungarn nach dem Jahre 1000 gerechnet werden, aber laut Indizien der Steininschriften dauert er bis zur Mitte des 13. Jh. (um 1242), was eine um 100 Jahre längere Lebensdauer bedeutet, als dies in Europa war. Tatsächlich tritt der frühgotische Stil vom dritten Viertel des 12. Jh., genauer ab 1165 ein, folgt also wieder der europäischen Norm, aber dauert bis zum Jahre 1262, dem dritten Viertel des 13. Jh., ist also um ein halbes Jahrhundert länger bei uns, als in den von uns westlicher liegenden Regionen. Was die königlichen Siegel und Münzen betrifft, ist der Beginn der romanischen Epoche mit der durch die Steininschfirften angegebenen identisch, wie bereits darauf hingeweisen worden ist, aber von ihnen abweichend ist ein romanisches und frühgotisches Parallel nicht vorhanden, die Abgrenzung ist viel schärfer. Diese Zeitgrenze ist zum Regierungswechsel vom Imre I. und Andreas IL, also dem Beginn des 13. Jh. (um 1205), zu datieren. Die Zeitdauer der Frühgotik kann bei den Siegeln zu den Regierungsjahren von Andreas II. und Béla IV. festgelegt werden, als Abschluß kann ein Datum um 1270 angegeben werden, und das stimmt mit den Steininschriften überein. Diese chronologische Reihenfolge wird durch die erwähnten Wandinschriften indiziert, die Produkte der frühgotischen Periode der Schriftlichkeit in Ungarn sind, und ihr Zeitalter wurde durch die Kunstgeschichte vom letzten Viertel des 12. Jh. (um 1175-1200) bis zum dritten Viertel des 13. Jh. (um 1250-1275) festgesetzt. 155