Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 24. (Szekszárd, 2002)

Beszédesné Thész Dóra: Feliratos amphoratöredék Paks–Dunakömlődről

Dóra Thész Das Fragment einer beschrifteten Amphore aus Paks­Dunakömlőd Bei der Ausgrabung im Jahre 2000 auf der Fundstelle Dunakömlöd - Bottyán-sánc (Lussonium, vicus) wurde in einer Müllgrube das Fragment einer bemalten, beschrifteten Amphore gefunden, das nach seinem Typ sehr selten, nach seiner Beschriftung einzigartig in Pannonién ist. Das Fragment stammt vom Hals einer Amphore vom Typ Pelichet 46, die Fischsoße enthielt. Auf dieser Amphore ist eine mit grauer Farbe geschriebene dreizeilige kursive Beschriftung zu lesen: CO(r)D(ula) LlX(itana) [VET(us)?] EXCELL(ens) SUMMU(m?) Die Abkürzung COD in der ersten Zeile bedeutet cordula, aus dem lateinischen übersetzt junger Tunfisch, die Abkürzung LIX ist LlX(itana), was auf den Abstammungsort des Inhaltes der Amphore, die Nord­Afrikanische Stadt Lixus hindeutet. Nach Analogien ist wahrscheinlich, daß am Ende der Zeile das Attribut VET(us) stand. In der zweiten Zeile ist das Attribut EXCELL(ens) zu lesen, in der dritten Zeile das Wort SUMMU(m?). In Pannonién wurde bis jetzt nur eine solche Amphorenbeschriftung publiziert, auf der vielleicht auch die Abkürzung des Wortes cordula zu lesen ist, aber diese Abkürzung ist sehr lückenhaft. Die Amphoren vom Typ Pelichet 46 wurden an der hispanischen Küste, in der Cadisi-Bucht hergestellt. Dieser Typ kommt in Pannonién nur sehr selten vor, aber in den westlichen Provinzen des Reiches waren sie sehr verbreitet, sie sind auch in Nord-Afrika und an der Ostküste des Mittelmeeres aufzufinden. Dieser Typ Amphoren tauchte in der Flavius-Zeit oder ein wenig früher auf, und er war bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts in Gebrauch. Das Amphorenfragment von Dunakömlöd kam aus einer Müllgrube zum Vorschein, in der gemischte Funde von der frühen Kaiserzeit bis zu der Völkerwanderung gefunden wurden, deshalb helfen bei der genaueren Altersbestimmung die statigraphischen Daten nicht. Die Fischsoße, die an der Küste von Nord-Afrika und Süd-Hispanien hergestellt und in Amphoren transportiert wurde, galt als Luxusartikel: die Bürger und die Soldaten haben es sich kommen lassen, die diesen teuren Artikel kannten und bezahlen konnten. Die Eingeborenen haben die Fischsoße wahrscheinlich nicht gekannt und hatten deshalb auch keine Nachfrage. Die potentiellen Kunden waren die aus einer romanisierteren Provinz stammenden Soldaten einer Hilfstruppe mit unbekannten Namen, die im 1. Jahrhundert in Lussonium stationiert war bzw. die Mitglieder des italicus Offizierskorps.. Dieses Amphorenfragment ist ein neuer Beitrag zu der Lebensmittelbeschaffung und den Eßgewohnheiten der Einwohner vom vicus in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts. 127

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