Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 22. (Szekszárd, 2000)
Vízi Márta: Grafitos kerámia Decs–Etéről és Ozoráról
Márta Vizi Graphittonkeramik von Decs-Ete und vön Ozora In dieser Abhandlung werden die archäologischen Funde von zwei mittelalterlichen bzw. spätmittelalterlichen Siedlungen im Komitat Tolna analysiert. In der Einleitung werden die wichtigsten Eigenschaften der Graphittonkeramik zusammengefasst und nach den grundlegenden Studien von Imre Holl die bisherigen Ergebnisse der diesbezüglichen archäologischen Forschung in Ungarn dargelegt. Der Verfasser bietet auch einen Überblick über die neueste Forschung in Österreich /Felgenhauer-Schmiedt o.J. [1982], Perger o.J. [1982], Kies o.J. [1982], Kies 1976./ Im ersten Kapitel werden die Forschungsergebnisse der aus den „alten Funden" 1 in Decs-Ete 2 stammenden Graphittonkeramik klargelegt. Der Verfasser fasst die Erkenntnisse zusammen, die von den früheren Ausgrabungen und Geländebegehungen vorzufinden waren. Auch eine kronologische Tabelle wurde zusammengestellt, mit deren Hilfe man einen Uberlick gewinnen kann, welche Archäologe auf diesem Gelände tätig waren bzw. was für Funde in die Sammlung des Komitatsmuseums Mór Wosinsky eingeliefert worden waren. (Anlage I.) Die Beschreibung der „alten Funde" ist im Katalog L, die Abbildung der Gegenstände auf den Tafeln 112 zu finden. In der Anlage II. werden die Keramikfragmente typisiert. Da die meisten Keramikfunde Randfragmante mit Siegeln sind, führte der Verfasser auch eine genaue Untersuchung der eingedrückten Siegel durch. Die Siegel lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: 1. Doppelsiegel - aufeinander gestempelte, korrigierte Siegel (Tafel 13. 1-12.) 2. Zweiersiegel - auf dem Rand, direkt nebeneinander mittels eines Stempels eingedrückte Zeichen (Tafel 13. 1-7.) 3. Allein stehende Siegel. Vor der Festlegung dieser drei Gruppen wurde ein Experiment durchgefürt: Aufgrund der früheren Literatur und dem in Ete gefundenen Siegelabdrücken wurde ein Musterstempel angefertigt und in den noch weichen oberen Rand eines dem Original nachgebildeten Keramikgefässes gedrückt, um festzustellen, in wie weit der Durchmesser, der Neigungswinkel und die Dicke des Randes das Abdruckbild beeinflusst. Dieses Experiment zeigte die Richtigkeit der Einteilung in die oberen drei Hauptgruppen. Die grosse Zahl der Gruppen bedeutet noch nicht, dass tatsächlich so viele verschiedene Typen existierten. Die grosse Zahl der Gruppen kann später höchstwahrscheinlich in einige Grundtypen eineordnet werden. In der Zusammenfassung werden von dem Verfasser die charakteristischen Gruppen der Siegelabdrücke beschrieben. Bei den Gruppen 14-15-16. findet man vorwiegend ein schwebendes Kreuz entweder in einem Halbrundschild oder in einem unten, rechts oder links eingebuchteten Schild. Diese Formen kommen auch mit einem schwebenden Balken über dem Kreuz vor. (Zum Beispiel: Gruppen 1, 2, 3, 5.) In vielen Fällen sind verschiedene Winkelzeichen in den oberen oder/und unteren Kreuzwinkeln zu finden. Aufgrund diesen Unterzeichen werden von dem Verfasser mehrere Untergruppen festgestellt. (4, 6, 7, 8.) Die Tartschen (11-12.) und die Kreisringe mit Sparren (32-33.) bilden eine andere Gruppe. Es gibt auch Einzelsiegel 17-31. 34-38) die in Ete als Einzelstücke gefunden wurden. Bei der Analyse der Abmessungen der Gefässe können jedoch nur aus den Abmessungen der Ränder dieser Gefässe Schussfolgerungen gezogen werden. Die statistische Auswertung der Messergebnisse befindet sich in der Anlage III. Im zweiten Kapitel werden die Graphittonkeramikfunde dargestellt, die bei der archäologischen Forschung in der Burg in Ozora freigelegt wurden 3 . (Katalog II.) Auch die Siegel von Ozora konnten in das obige Ordnungsystem eingereiht werden, (siehe Katalog II.) Nach der Analyse der Funde aus Ozora und Ete warten noch die folgenden Aufgaben auf ihre Lösung: Materialsammlung und Anfertigung einer Datenbasis um die in der Abhandlung aufgestellten Fragen beantwortet werden zu können. 1 Das sind die Funde aus der archäologischen Forschung vor 1996. 2 Die Zusammenfassung der Gesichte der Forschungsarbeiten in Ete: Miklós-Vizi 1999. 3 Die Fachliteratur siehe in der Fussnote 95. 196