Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 22. (Szekszárd, 2000)

K. Németh András: A somolyi templomrom

András K. Németh Die Ruinen der Kirche von Somoly In der Nähe der Landstrasse 65, in der Gemarkung der Ortschaft Regöly auf der von zwei Armen des Baches Somoly umflossenen Landzunge wurden die Ruinen der Kirche von dem Zerstörten mittelalterlichen Dorf Somogy gefunden. Obwohl die Ortschaft erst in einer Urkunde im Jahre 1338 erwähnt wurde, lassen die bei der Geländebegehung zum Vorschein gekommenen Keramikfunde darauf schliessen, dass die Ortschaft schon in der Arpaden-Zeit bestand. Zu der Zeit der ersten Erwähnung der Siedlung, wurde sie vom König Zsigmond an zwei Familienmitglieder der angesehenen Familie Újlaki als Lehen gegeben. Wegen der Beteiligung an einem Aufstand der Barone gegen den König verloren Imre und László Újlaki im Jahre 1406 das Gut. Mit mehreren anderen Landgütern zusammen wurde die Ortschaft dann an Pipo von Ozora belehnt, der im Jahre 1425 der Basilika in Fehérvár die Hälfte des Gutes geschenkt hat, da er durch die Gunst des Königs das Recht erhielt, sich in der Krönungskirche bestatten zu lassen. Aufgrund einer Steuerkonskription aus dem Jahre 1542 wurde zu dieser Zeit nach 25 Fronhöfen im Dorf Steuer bezahlt. Ein Jahr später war schon die Ortschaft wegen türkischer Angriffe völlig entvölkert. In den Konskriptionen am Ende des 16. Jahrhunderts tauchte zwar der Name Somogy wieder auf, aber während des fünfzehnjährigen Krieges am Anfang des 17. Jahrhunderts verhessen endgültig die ungarischen Einwohner die Siedlung. In den Registern der Eszterházy-Güter im Komitat Tolna wurden zwischen 1622 und 1675 ausschliesslich Serben im Dorf registriert, das man zu dieser Zeit schon Somoly nannte. Bei der Neusiedelung von Regöly im Jahre 1715 wurde das Dorf Somoly an diese Ortschaft angeschlossen. Laut einem kirchlichen Protokoll aus dem Jahre 1722 war der Kirchturm zu jener Zeit fast unversehrt, die nördliche Mauer des Schiffes erreichte Manneshöhe, die südliche sogar zwei Maneshöhe, das Chor war aber völlig zerstört. Dies lässt darauf schliessen, dass die Kirche nicht während der türkischen Herrschaft, sondern erst im 18. Jahrhunderts vernichtet wurde, weil die Neuankömmlinge sie als Baumaterial verwendeten. Nachdem der Museumdirektor Gyula Mészáros eine archäologische Forschung durchgeführt hatte, wurde die Kirche im Jahre 1963 von der Denkmalschutzbehörde wiederhergestellt. Auf dem von den Schatzjägern oft aufgesuchten Gelände verrichtete der Verfasser im Jahre 1999 eine weitere Ausgrabung. Bei der Forschungsarbeit wurde das vieleckige, 4,75 m breite Chor der mit dem Turm insgesamt 19,5 m langen und 5,25 m breiten Kirche freigelegt. Das Chor war je in den Ecken mit einem 110-120 cm langen Stützpfeiler versehen, und man fand auch das Ziegelfundament des 2 m langen Altars. Die Mauern der Kirche sind stellenweise und nur bis zu einer Höhe von drei Ziegelsteinen erhaltengeblieben. Dass die östliche Abschlusswand des Chors mit gebrauchten Ziegeln neu gemauert wurde, weist darauf hin, dass die Kirche noch während der Benützungszeit beschädigt worden war. Der Boden der Kirche war mit quadratischen und dreieckigen Ziegeln belegt, aber wegen der neuzeitlichen Plünderungen lag keine mehr von diesen auf der originalen Stelle. Aus dem Schutt des Chors kamen gemalte, bunte Putztrümmel zum Vorschein. Einige Fensterglasscherben deuten darauf hin, dass manche Fenster verglast waren. Da keine Gewölbebogen gefunden wurden, muss das Schiff eine ebene Decke gehabt haben. Auf dem Gräberfeld um die Kirche herum wurden 12 Gräber freigelegt. Zwei da von waren nach der Zerstörung der Kirche mit Schuttziegeln eingerahmt, in einigen Fällen konnten die Spuren von einem Sarg festgestellt werden. Die Toten wurden fast ausschliesslich ohne Beigaben bestattet, nur in einem einzigen Grab konnte ein Paar Fibel aus Bronze entdeckt werden. Auf der nördlichen Seite der Kirche wurde wahrscheinlich der Graben des Fundaments der örtlichen Mauer der Sakristei entdeckt. Wegen Zeitmangel konnte die archäologische Forschung an der westlichen und nördlichen Seite der Kirche nicht fortgesetzt werden. In der Nähe des Turms im Kircheninneren versuchte man die Stützpfeile zu der westlichen Empore bzw. deren Fundament zu entdecken, bis zu einer Tiefe von 1,5 m konnten aber nicht eimal deren Spuren gefunden werden. 168

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