Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 21. (Szekszárd, 1999)

Vízi Márta–Miklós Zsuzsa: Előzetes jelentés a középkori Ete mezőváros területén végzett kutatásokról

Zsuzsa Miklós - Márta Vizi Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen im mittelalterlichen Marktflecken Ete In dieser Abhandlung werden die ersten Forschungsergebnisse der Ausgrabungen bekanntgegeben, die in einem der mittelalterlichen Marktflecken von Sárköz, in der Nähe von Decs im Komitat Tolna von den Autorinen durchgeführt wurden. Die geographische Lage von Ete war sehr günstig: Es lag auf dem höchsten Hügel der Ungebung, der sich bis zum Fluß Sárvíz ausdehnt, in der Nähe einer Hügelreihe am westlichen Rand von Sárköz. Hier war einmal die beste Übergangstelle der Sárvíz, die sowohl aus dem Sárköz als auch von der Straße am Fuß der Hügelreihe leicht zu erreichen war. Dieser günstigen Lage war zu verdanken, daß sich Ete im Laufe des Mittelalters zu einem der größten und bedeutendsten Marktflecken von Sárköz eintwickelte. Der Marktflecken wurde zum ersten Mal im Jahre 1398 in einer Urkunde erwähnt, aber wie die Ausgrabungsergebnisse zeigen war die Ortschaft schon im 10-11. Jahrhundert bewohnt. Die dem Heiligen Geist geweihte Kirche wurde in einem päpstlichen Zehntelprotokoll aufgezeichnet. Der Marktflecken wurde zwichen 1620 und 1627 zerstört, und später nie mehr neu aufgebaut. Die Felder der vernichteten Ortschaft wurden von den Bewohnern des benachbarten Dorfes Decs bestellt, bzw. als Weide bewirtschaftet. Solange der Boden als Weide benutzt wurde, konnte man gut die Spur der ehemaligen Hauptstraße und die Reste der Häuser beobachten. In den Jahren 1962-63 brach man die Weide auf, und seitdem wird der Boden geackert. Die ersten Ausgrabungen in Ete wurden in den Jahren 1933 und 1935 von József Csalavits durchgeführt. Aufgrund zweier kurzer Ausgrabungsberichte wurden hier mehrere Wohnhäuser, ein kleiner Teil der Kirche, mehrere Gräber und zwei Töpferöfen freigelegt. Im Jahre 1967 wurde von Gyula Mészáros eine kurze Ausgrabung auf dem höchsten Punkt des Fundortes durchgeführt. Im Jahre 1986, als durch den Fundort eine Betonstraße gebaut wurde, machten Attila Gaál und Géza Szabó eine Rettungsausgrabung . Bei einem Aufklärungsflug im Zusammenhang mit einer Burgforschung im Komitat Tolna entdeckte Zsuzsa Miklós im Jahre 1992, daß die ganze Struktur von Ete, die ehemaligen Straßen und Häuser gut zu erkennen sind. Seitdem werden regelmäßig Luftaufnamen von diesem Fundort gemacht und Geländebegehungen durchgeführt. Seit 1996 beschäftigen sich Miklós Zsuzsa und Márta Vizi mit Ausgrabungen in Ete. Da der Fundort sehr groß ist (700 x 300 m), kann unter den heutigen Bedingungen eine vollständige Freiligung in einer absehbaren Zeit nicht verwirklicht werden. Deshalb mußten die Verfesser dieser Studie eine Lösung finden, mit der die meisten Informationen mit Hilfe von Bodenforschung und Luftaufnahmen zu beschaffen waren. Zuerst wurde eine ausführliche geodesische Untersuchung von einem Mitarbeiter des Archäologischen Institutes der Ungarischen Akademie der Wissenschaften von Endre Egyed durchgeführt. Im Jahre 1997 begann man mit einer intensiveren Geländebegehung, die um April 1999 fortgesetzt wurde. Mit dieser Methode wurden im Jahre 1997 83, und im Jahre 1992 92 weitere, 20 x 20 m Flächen erforscht. (Abb.4) Mit Hilfe von den bei Aufklärungsflügen und Geländebegehungen geholten Informationen konnten die Häuser und Grundstücke bestimmt werden, die bis zu Deteils untersucht werden müssen. Aus einer Flughöge zwischen 500-1000 m wurde das Gelände in verschiedenen Jahreszeiten unter verschiedenen Blickwinkeln fotografiert. Bisher wurden die meisten Fotos vor der Aussaat und bei verschiedenen Wachstumstadien des Maises aufgenommen. Auf den Luftaufnahmen kann man die ganze Struktur des Marktfleckens, die Straßen und die Häuser erkennen (Abb. 2.) Die Hauptstraße, die sich auf dem Kamm eines nordöstlich-südwestlich liegenden, nordöstlich allmählich höher werdenden Hügels ausstreckt, ist auf den Fotos als ein dunkler Streifen zu erkennen. Dieser leicht gewölbte Streifen gabelt sich am östlichen Rand des Hügels auf dem höchsten Punkt und bildet eine Schlinge. Diese Schlinge deutet wahrscheinlich auf die Verbreiterung der Straße, auf einen ehemaligen Platz hin. Die Länge der Straße bis zur Schlinge ist ungefähr 360-400 m, die Länge der Schlinge etwa 90 m, die größte Breite ungefähr 70 m. Von der Hauptstraße auf der südlichen Seite zweigten drei Nebenstraßen ab. Die Länge der zur Haptsraße rechtwinklig liegenden Straßen ist verschieden, sie dehnt sich bis zum südlichen Rand des Hügels. Die östliche Straße ist die 235

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