Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 21. (Szekszárd, 1999)

V. Péterfi Zsuzsanna: Hamvasztásos sírláda Alsópél-pusztáról (Tolna megye)

Zsuzsanna V. Péterfi Eine Kistenurne aus Alsópél-puszta (Komitat Tolna) Im Jahre 1984 kam ein mit Acroterien verzierter Ossariumdeckel aus Kalkstein aus Alsópél-puszta ins Szekszárder Museum. Nach einer Geländebegehung entschieden sich die Mitarbeiter des Museums für eine Rettungsausgrabung, mit der man im September 1984 begann. Bei dieser Ausgrabung fand man die zum Deckel gehörende Kiste mit mehreren Beigaben. Den archäologischen Beobachtungen nach handelte es sich dabei um eine ausgeplündertes Urnengrab, in dem die Einschüttung des Grabes aus mit Steinschutt und Mörtel vermischtem Löß bestand. Darunter fand man eine mit Asche und Holzkohle gefüllte Schicht. Unter der Kistenurne befanden sich 5 größere Steine. Alsópél-puszta liegt in Südungarn im Komitat Tolna, auf einem zwischen der Kapos und dem Kanal Sió liegenden Gebiet. (Abb. 1.) Von dieser Gegend kamen bis heute keine wichtigen Denkmäler aus der Römerzeit zum Vorschein und es gibt auch sehr wenige Urnengräber im Komitat Tolna. Aus diesem Grund ist die Kistenurne aus Alsópél so bemerkenswert, deren Bedeutung auch noch dadurch erhöht wird, daß es sich bei diesem Fund um eine seltsame Art der Urnengräber handelt, die nur im westlichen und südlichen Teil Pannoniens bekannt sind. Der archäologischen Fachliteratur nach wurden in der Gegend von Poetovio mehrere Kistenurnen mit Inschriften und Verzierungen gefunden. Am Neusiedler See bzw. Südwest-Westpannonien wurden mehrere der Kiste aus Alsópél ähnlichen Urnen gefunden. Aus Pannonién Inferior ist nur ein einziges ähnliches Stück aus Sandstein ohne Inschriften und Verziehrungen mit einem hausdachförmigem Deckel bekannt. (Szent István Király Múzeum, Székesfehérvár-nicht veröffentlicht) Der Archäologe A. Barb veröffentlichte eine Steinkiste aus Kleinwaraschdorf, die der Kiste aus Alsópél ähnlich ist. Er vermutete aufgrund mehrerer Analogien, daß diese Art der Kisten aus der Mitte des 2. Jahrhunderts stammen, und vor allem im Kreis wohlhabender Familien verbreitet waren. Aufgrund der vorgefundenen Beigaben und zahlreichen Analogien kann auch das Grab aus Alsópél aus der Mitte des 2. Jahrhunderts. Diese in Pannonién so seltene Bestattungs'art scheint in unserem Gebiet ganz eigenartig zu sein, und sie macht einen darauf aufmerksam, daß in dieser erst später romanisierten Gegend von Pannonién Inferior schon in der früheren Zeit eine Schicht entstand, die dann ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage das Bedürfnis hatte, sich auf römische Art zu bestatten, und Gegenstände aus römischen Import zu benutzen. Es konnte nicht festgestellt werden, ob das Grab einem eingesiedeltem Römer bzw. dessen Frau oder einem wohlhabenden Einheimischen gehörte. Die in der Nähe gefundenen Gebäudereste können von einer Villa oder von einem Meierhof stammen, so kann ein Zusammenhang zwischen dem Grab und den Gebäudespuren vermutet werden. 123

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