Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 20. (Szekszárd, 1998)

Gere László: Bácskai avar leletek

László Gere Awarische Funde von der Batschka (Nord-Serbien) Die im ersten Teil der Studie bearbeiteten Funde kamen in den letzten Jahren des XDC. Jahrhunderts bzw. in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts zum Vorschein. Außer den Funden von Bátmonostor wurden von diesen mehrere Beschreibungen veröffentlicht. Über das im Jahre 1943 freigelegte awarische Gräberfeld von Adorján wurde noch kein Bericht veöffentlicht. Das Fundmaterial wurde im Museum in Zombor, das antropologische Material hingegen im Antropologischen Institut der Szegeder Universität untergebracht. Über die Funde wurden noch im Jahre 1943, für eine geplante Studie von József Korek mit dem Titel „Die Batschka in der Völkerwanderungszeit", Fotos gemacht. Inzwischen ging der II. Weltkrieg zu Ende, und dann konnte die mit der Zeit fertiggestellte Studie nicht mehr veröffentlicht werden. Herr Professor István Bona kam in den 80-er Jahren auf die Idee, das von József Korek zusammengesammelte Material wieder zu bearbeiten und zu veröffentlichen. Was die Durchführung dieser Arbeit anbetrifft, fiel seine Wahl auf mich; Als Archeologiestudent schrieb ich meine Diplomarbeit zu diesem Thema. Deshalb war das Batschkaer Material wieder zuscammengesammelt, aber man mußte noch anderthalb Jahrzehnte auf die Veröffentlichung warten. Ein Teil der frühawarischen Funde kamen aus Gräbern zum Vorschein, in denen neben die Gestorbenen auch das Pferd und das Pferdegeschirr bestattet worden waren. Über die genaue Lage von diesen gibt es aber keine Notizen (Szeghegy, Kishegyes, Dávod). Der andere Typ wird durch die Funde von Bácsszentiván und Baja vertreten. Hier kamen die Funde ohne Spur auf Bestattung aus geringer Tiefe zum Vorschein. Dieses Phänomen ist ähnlich dem von Dezső Csallány in Szeged­Csengele beobachteten, wo das Grab 22 m von dem 30-40 cm tief begrabenen-verbrannten-Pferdegeschirr entfernt auf einem sandigen Erdrücken gefunden wurde. Charakteristische Stücke dieses Teils der Funde sind die Steigbügel, die Pferdegebisse und von den Waffen die rohrblattförmigen Lanzen. Der Fund von Baja mit seinen Steigbügeln mit langen Ösen ist nach der Form perfekt identisch mit den Stücken von Kishegyes, Bátmonostor und Bácsszentiván. Die letzteren haben aber schon ein Paar mit schlingenförmiger Öse. Laut Festsellung von Ilona Kovrig ist das Verbreitungsgebiet der beiden Steigbügeltypen indentisch. Der überzeugendste Beweis für die gleichzeitige Benutzung der zwei Typen ist, daß man beide Formen in demselben Grab fand. Wie das Grab 1. beweist, waren die Pferdegebisse mit schlingenförmiger Öse schon in der frühawarischen Zeit vorhanden. Die Fohlengebisse waren zu dieser Zeit allgemein verbreitet. Die rohrblattförmige Lanze von Baja gehört zu den schönsten awarischen Waffen. Gleichartige Lanzen wurden auch in Bácsújfalu und Esztergom gefunden. Die Analogie der anderen Lanze des Fundes von Baja findet man in den Streufunden des Gräberfeldes in Környe, deren Parallelen von Ágnes Salamon in Aradka (Aradaci) und auf dem langobardischen Gräberfeld in Italien gefunden worden waren. Die rohrblattförmige Lanze aus dem Grab 125. von Környe ist mit dem ähnlichen Fund von Baja verwandt. Die rohrblattförmigen Lanzen von Bácskafekete-hegy, Dávod, Kishegyes und Bácsszentiván sind die Varianten der Funde von Baja aber ohne Verzierung. Auf Grund der Prägemuster von Főnlak und Kunszentmárton können die Pferdegeschirre von Baja auf die frühawarische Zeit zwischen dem dritten Drittel des VI. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des VII. Jahrhunderts datiert werden. In den Gräbern 1. und 2. von Törökbálint kann man ausgezeichnete Parallelen zu den Pferdegeschirren und zu den Gürtebleschlägen von Baja finden. Die Funde von Törökbálint wurden von Ilona Kovrig auf die ersten Jahrzehnte des VII. Jahrhunderts datiert. 82

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