Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1993)

V. Péterfi Zsuzsanna: A Bátaszék–Kövesd pusztai későrómai temető

Der Geldverkehr hat ungefähr Ende der 370-er Jahre aufgehört und wahrscheinlich wurde auch der Friedhof in den darauffolgenden Jahrzehnten aufgelassen. Die aus den Gräbern stammenden Tracht - und Gebrauchs-gegenstände und deren Pazierung im Grab weist bestimmte Ähnlichkeiten mit anderen spätrömischen Friedhöfen in Pannonién auf. Besonders mit den Friedhöfen im südlichen Teil der Provinz zeigen sie eine bestimmte Verwandschaft. Sowohl die keramischen Funde (Krüge, Krügel, Töpfchen, Gläser, Tel­ler), 70-76 als auch die Glasgegenstände (Krüge, Gläser, Balsamarien) 79-97 können ausnahmslos zu dem ab Mitte des 4 Jh-s gebrauchten Typus gerechnet werden. Die Plazierung der Tracht-, Gebrauchsgegenstände und Schmuckstücke der Frauen schien nicht so gebunden zu sein, wie die bei den Männern. Nur bei den Armbändern 49-61 konnte seit Mitte des 4 Jh-s ein Tracht-charakteristikum festgestellt werden, nähmlich, daß die Frauen an dem linken Arm immer mehr, am rechten weniger Armbänder trugen. Wenn sie ein Eisenarmband hatten, trugen sie es immer am linken Arm. Typischen war auch, daß die spitzigen Eisenwerkzeuge, deren Funktion noch umstritten ist, 99-102 immer am Bein lagen. Obwohl die Beilage der Männergräber ärmlicher war, war ihre Plazierung im Grab viel mehr gebunden. Die Fiebel 6-12 war immer auf der rechten Schulter, der Münzenhaufen bei oder in der linken Hand, der Reil ebenfalls an der linken Hand, der mit Münzen verschlagene Gürtel lag vom linken Bein herab, am Becken entlang. 23-30 Das Eisenmesser lag immer an den oder zwischen den Beinen. Die Mehrheit der Gräber ohne Beilage kam aus dem Bereich der Männer­gräber. Selbst in der Provinz ist die Zahl der Gräber ohne Beilage im Laufe des Jh-s gestiegen. Der Grund ist einerseits im Wirtschaftsverfall, andererseits im Rituswechsel, im Zusammenhang mit der Verbreitung des Christentums, zu suchen. Vermutlich ist die Mehrheit der Verstorbenen im süd-südwestlichen Teil des Friedhofes nach christlichem Ritus beerdigt worden, weil sich die entschei­dende Mehrheit der Gräber ohne Beilage dort befindet. An der oben gennanten Stelle, im Grab Nr. 108 lag der Verstorbene, der eine Fiebel mit Christusmono­gramm trug. 13-20 Es wird vorausgesetzt, daß der Friedhof bei Bátaszék-Kövesd­puszta von der ersten Hälfte des 4 Jh-s bis zum Ende des 4 Jh-s funktionierte, etwa 2-3 Generationen hindurch. Der Grund seines Auflassens ist wahrscheinlich der große Sarmaten ­Quad Einfall in den Jahren 374/75 gewesen oder die gotische Ansiedlung von den 380-er Jahren an. Das Gebiet des Friedhofes ist in der archäologischen Fachliteratur seit Wosinsky Mór bekannt, 121-122 und tatsächlich gibt es dort zahlreiche Funde und Spuren, die auf eine Siedlung, Villa, oder vielleicht auf eine Kaserne hindeuten. Die Bevölkerung, die den Kövesder Friedhof benützte, konnte zu einer Villa in der Nähe, einer anderen Siedlung, oder eben zu dem Castrum canabae von Ad-Statuas (Várdomb, Bezirk Tolna) gehören. 103

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