Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 17. (Szekszárd, 1992)

Zalati-Gaál István: Neue Angaben zum Kult und sakralen Leben des Neolithikums in Transdanubien I. Die Gefässbestattungen von Mórágy-Tűzkődomb, Kom. Tolna

Neue Angaben zum Kult und sakralen Leben des Neolithikums in Transdanubien I. Die Gefaßbestattungen von Mórágy-Tűzkődomb, Kom. Tolna ISTVÁN ZALAI-GAÁL 1. Einleitung Während der großflächigen systematischen Ausgrabungen von neolithi­schen, bzw. kupferzeitlichen Siedlungen und Gräberfeldern wurden in den letzten Jahrzehnten solche, für kultisch angesehene Funde und Befunde in großer Zahl entdeckt, auf deren Grund das „sakrale Leben", die kultischen Vorstellungen und Sitten der neolithischen und äneolithischen Menschen Mitteleuropas näher be­handelt werden konnten. Besonders die Forschungen in den kreisförmigen^ befe­stigten Arealen, Kreisgrabenanlagen (wie z. B. Tesetice-Kyjovice 1 , Svodin 2 , Zlkov­ce 3 , Friebritz 4 , Falkenstein-Schanzboden 5 , Sé 6 und Mórágy-Tűzkődomb 7 ) und die Forschungen der Gräberfelder (wie Aszód 8 , Svodin 9 , Mórágy-Tűzkődomb 10 ) der spätneolithischen, bzw. frühkupferzeitlichen Lengyel-Kultur brachten wichtige neuere Ergebnisse aus dieser Hinsicht. Zusammenfassende Monographien über die kultischen Fragen des europäi­schen Neolithikums und Kupferzeit wurden noch nicht geboren, die einzelnen Aspekte der religionsgeschichtlichen Probleme der Linienbandkeramik und der darauf genetisch folgenden Lengyel-Kultur wurden aber in mehreren Arbeiten eingehend behandelt 11 . Im Thema der neolithischen Kreisgrabenanlagen oder der prähistorischen Religion und des Kultes veranstaltete man sogar mehrere interna­tionale Konferenze zur letzten Zeit 12 . Der Anspruch einer zusammenfassender und auswertender Analyse von allen kultischen Befunden und Erscheinungen des Neolithikums und der Kupferzeit tauchte aber bis jetzt nicht auf. Eine solche Ana­lyse vorzunehmen wäre selbststverständlich wegen des heutigen Standes der zur Verfügung stehenden Quellen äußerst schwierig. Zu den, am besten erforschten neolithischen und frühkupferzeitlichen Kul­turen Europas gehört die Lengyel-Kultur. Eine Reihe von Kreisgrabenanlagen (Rondellen) wurden in Mähren und der Slowakei, Niederösterreich und Transda­nubien zum Teil ausgegraben, nur das Schanzwerk von Tesetice-Kyjovice wurde in vollem Maße untersucht: anhand der hier zum Vorschein gelangten Funde be­trachtete V. Podborsky die einzelnen Fragen (anthropomorphe 13 und zoomorphe 14 Plastik, Opfererscheinungen 15 ) der kultischen Vorstellungen des MBK-Volkes. Auch die neuentdeckten Gräberfelder der Lengyel-Kultur ergaben in Ungarn 16 und der Slowakei 17 viele wichtige Angaben in Verbindung mit der Problematik des neolithischen kultischen Lebens. Unter den 111 entdeckten Bestattungen der Lengyel-Kultur von Mórágy-Tűzkő­domb (SO-Transdanubien) wurden viele solche Objekte gefunden, die von Norm ab­weichender Charakteristika sind und mit besonderen Kulthandlungen in Verbindung gebracht werden können. In diesem Beitrag werden die Fragen der in der Lengyel­Kultur alleinstehenden Gefaßbestattungen von Kleinkindern behandelt. 3

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