Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Tatiana Stefaničová: Schmuck des Nitraer Typs und seine Beziehungen zu Südosteuropa im 9. Jahrhundert

ders auf Analogien in Südosteuropa hin, wo Ohrringe mit gegossenen Anhängseln sehr verbreitet sind. Nahe Analogien zu dieser Gruppe des Nitraer Schmuckes stammen besonders aus Vinca, Kurvingrad (COROVIC-LJUBINKOVICI 1970), Veliki Obrez-Dobova (VINSKI 1970) und Sisak. Es bestehen hier Analogien auch für Ohrringe mit hohlen Anhängseln, z.B. der Trommelohrring mit angeklebten Filigranringeln hat eine nahe Analogie in Sisak (VINSKI 1970, Tafel 1, 1). Trom­melohrringe mit ungeschmückten Trommeln und unterem mit Drätchen umwik­keltem Bogen aus Brno-Malomëf ice haben Analogien in Vinca (COROVIC-LJU­BINIKOVIC 1970). Ähnliche Ohrringe in einer etwas abweichenden Anordnung sind üblich in breiten Gebieten der Südslawen, in Kroatien (JELOVINA 1963). sowie in Bulgarien (VÄZAROVA 1976, 362). In Rumänien kennen wir analoge Formen des Nitraer Typs aus Siebenbürgen, wo sie als die Gruppe Ciumbrud, genannt nach einer eponymischen Grabstätte, zuletzt von K. HOREDT (1980) bearbeitet wurden. In dieser Gruppe befinden sich besonders Ohrringe mit hohlen Anhängseln, ähnlich dem Typ 1 Chropovskys und dem Typ 4 - mit sternförmigem Anhängsel. Verwandt sind auch gegossene halbmondförmige Ohrringe, am Umfang geschmückt mit Filigran und halbmond­förmigen Anhängseln im Halsband. (HOREDT 1980, 78-80) datiert die Gruppe vom Jahre 850 an bis Anfang 10. Jahrhundert und setzt einen direkten Kontakt mit dem Gebiete Grossmährens in dieser Zeit voraus, vor allem mit dem Gebiete von Nitra, und zwar mittels des Salzhandels; dieser Kontakt wurde jedoch durch den Magyareneinfall unterbrochen. Analogieformen des Nitraer Schmucks befinden sich auch in anderen Gebieten Rumäniens, z.B. mit hohlen Anhängseln in Suitana oberhalb der unteren Donau, mit gegossenen Anhängseln auf dem unteren mit Drätchen umwickelten Bogen in Räducäneni-Iasj (TEODOR 1981, 109-110). Ähnlich kennen wir verwandte Formen aus mehreren Fundorten in Bulga­rien, mit gegossenen und hohlen Anhängseln, z.B. Galice, Gradesnica, Ablanica, Michajlovo (VÄZAROVA 1976). Der Nitraer Schmuck zeigt also eine grössere Verwandtschaft mit dem Gebiete Südosteuropas als mit der grossmährischen Schmuckproduktion. Bei der Erwägung seines Ursprungs wird uns auch das Bewusstsein der Stelle des Fundor­tes Nitra-Lupka in ihrer nächsten Umgebung helfen. Das Nitraer Gebiet war seit dem Umbruch des 8-9. Jahrhunderts intensiv besiedelt. Es befanden sich in ihm fünf Burgstätten, eine von ihnen war gerade Nitra-Lupka. Die Burgstätten „Na vrsku" (Auf dem Hügel) und der Martinsberg zeigen auf eine fürstliche Umge­bung, charakterisiert auch durch den Veligrader Schmuck, hin. Ein bisher unpu­blizierter Ort mit den Funden des Veligrader Schmucks des fürstlichen Milieus ist Nitra-Mikov dvor. Die Bewohner von Lupka bewahrten in dieser Umgebung ihren spezifischen Charakter, der sich vor allem in der Gestaltung des Schmuckes aber auch durch die Produktion der sehr entwickelten Keramik äussert. Die Funde aus den Gräbern, obzwar sie nicht aus edlen Metallen sind, verweisen dabei auf eine reiche Ausstattung der Toten (fünf, sechs Stück Schmuck in einem Grab), die auch eine entsprechende gesellschaftliche Stellung einnehmen mussten. Eine genaue chronologische Datierung der Grabstätte ist schwierig, da der einfache Donauschmuck eine lange Dauerzeit aufweist. Die Formen der in den Gräbern vertretenen Traubenohrringe kommen in der 2. Hälfte des 9. und am Anfang des 10. Jahrhunderts vor. Die gestanzten Schildringe überwiegen jedoch in den Funden des 9. Jahrhunderts, ähnlich die Ohrringe mit gegossenen längli­218

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