Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Tatiana Stefaničová: Schmuck des Nitraer Typs und seine Beziehungen zu Südosteuropa im 9. Jahrhundert

Schmuck des Nitraer Typs und seine Beziehungen zu Südosteuropa im 9. Jahrhundert TATIANA STEFANOVICOVÁ, BRATISLAVA In der Schmuckproduktion der oberhalb des linken Donauufers lebenden Slawen können wir im 9. Jahrhundert drei ausgeprägte Gruppen unterscheiden. Neben den traditionsmässig ausgeführten Gruppen vom Schmuck des 1. donau­ländischen Typs und des 2. byzantinisch-orientalischen Typs (EISNER 1947, HRUBY 1955) hat sich nach der Publikation der Funde aus der Begräbnisstätte in Nitra-Lupka (CHROPOVSKY 1962) und der Studie von DOSTAL (1965) eine dritte Gruppe des Schmuckes des Nitraer Typs ausgegliedert. Den Hauptanteil in allen drei Gruppen bilden die Ohrringe. Der einfache Volksschmuck bildet die erste Gruppe, er hat seine Wurzeln in den älteren Formen im Gebiete der mittle­ren Donau. Die zweite Gruppe, bezeichnet nach DOSTÁL (1966) auch als die Veligradergruppe, stellt die Renaissance des spätantischen bzw. frühbyzantini­schen Typs dar, die von Vorbildern des 6.-7. Jahrhunderts inspiriert, jedoch umge­staltet und schöpferisch dem lokalen Geschmack nach entwickelt wurde. Der orientalische Anteil äussert sich in ihr besonders durch reich geschmückte grosse Blechknöpfe, die im frühbyzantinischen Schmuck im europäischen Gebiet nicht vertreten sind. Diese zweite Gruppe ist für die fürstlichen Umgebungen cha­rakteristisch, reich vertreten, ist sie besonders in Mähren. In der Slowakei kam der Schmuck dieser Gruppe im kleineren Masse vor. Die Ursache dafür war die Beschädigung von älteren Gräbern in einigen Fundstätten durch spätere Beerdi­gungen, z.B. Bratislava (STEFANOVICOVÁ 1975), Bratislava-Devin (PLACHÁ­HLAVICOVÁ-KELLER 1988) und wahrscheinlich auch durch den Stand der Forschung. Auch in der Slowakei belegen die letzten Funde diesen Schmuck auf diejenigen Stellen, wo wir ein fürstliches Milieu voraussetzen können, z.B. Bina (HOLCÍK1988,105-107), Spisské Tomásovce (HOLCÍK1988,119), Nitra-Mikov dvor (HOLCÍK 1988,108-109) und andere. Die dritte Gruppe bildet ein eigenarti­ger unterschiedlicher Schmuck, zahlenmässig am stärksten in der Grabstätte Nitra-Lupka vertreten, nach der er auch Nitraer genannt wird. Dabei greifen in die­ses Gebiet, das im 9. Jahrhundert zu Grossmähren gehörte, auch Einflüsse des Karantaner Umkreises ein, die wir besonders in Südmähren (POULÍK1948-1950) und in der Südwestslowakei (VENDTOVÁ 1969, 211) verfolgen können. Den besonderen Schmuck in der Grabstätte in Nitra-Lupka teilte B. CHRO­POVSKY (1962,211-212) in zwei grosse Gruppen auf: 1. Ohrringe mit gegossenem Anhängsel, 2. Ohrringe mit hohlem Anhängsel. Die 1. Gruppe teilte er wieder in zwei Typen auf: a) Ohrringe mit länglichem, verschiedenartig gegliedertem Anhängsel, angebracht auf den unteren mit dün­nen Draht umwickelten Bogen. Nach der Art der Anhängselgliederung und seiner 215

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