Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Darina Bialeková: Zu Deutungsmöglichkeiten der Baldenheimer Helme von Dolné

längst, vor der Ankunft der Awaren in das Karpatenbecken von Slawen bewohnt war und noch nicht einmal in der ersten Hälfte des 7. Jh. von der awarischen Okku­pation betroffen war, wie es prägnant das Vorkommen von Schwertern des Typs Csengele-Bócsa-Kecel und des Typs P (BÁLINT 1978,173 ff.; SIMON 1983, Taf. VIII), ebenfalls die Verbreitung frühbyzantinischer Münzen dokumentiert, die streng die natürliche Donaugrenze respektieren (Abb. 5). Diese erste Wande­rungswelle der Slawen, bei welcher auch die Südwestslowakei besiedelt wurde, erfolgte etwa von Süden längs der Donau (BIALEKOVÁ 1962,136), durch den Korridor zwischen Theiß und Donau (AVENARIUS 1974, 81). Die Fundumstände der Helme aus Dőlné Semerovce deuten an, daß es sich um absichtlich versteckte Gegenstände handelt, und zwar wertvolle Gegenstände, die als Kriegsbeute während der gemeinsamen awarisch-slawischen Eroberungs­züge gegen die byzantinischen urbanen Zentren, und überhaupt in den Kriegen mit den Byzantinern gewonnen sein mögen. Die Art der Beschädigung dieser bei­den Helme deutet an, daß sie bereits in unfunktionellem Zustand als wertvolles Material in die Erde gerieten. Obwohl die Fundumstände keinen Standpunkt zur Ethnizität ihres Eigentümers (Aware, byzantinischer Kriegsgefangener, byzantini­scher Goldschmied) anzunehmen erlauben, ist es trotzdem beachtenswert, daß sie nicht in einer awarischen Siedlung gefunden wurden, die damals einige hun­dert Meter von der Vergrabungstelle der Helme lag (LICHARDUS - LIPTÁ­KOVÁ1961,776,791). Ich glaube nicht, daß die Donauslawen Helme des Balden­heimer Typs benützt hätten, eher umgekehrt, sie konnten vor den Slawen ver­steckt worden sein. Doch ist es interessant, daß in diese rein slawische Mikrore­gion der Goldschmuck nach Halic (GARAM 1980,172, Abb. 7: 1-5) und später auch ein Schatz von Silbergegenständen und Münzen nach Zemiansky Vrbovok gelangte, der als Hort eines byzantinischen Metallschägers interpretiert wird (SVOBODA 1953, 87, 88). Beide Funde hängen sicherlich nicht mit der awari­schen Besiedlung dieses Gebietes zusammen. Aus den Darlegungen geht hervor, daß auch die Helme aus Dőlné Seme­rovce im ostbyzantinischen Werkstättenkreis im 6. Jh. angefertigt worden sein könnten und in die Erde geborgen wurden sie an der Wende des 6./7. Jh. oder spä­testens in den ersten Jahrzenten des 7. Jh., also, später wie J. Eisner (a. a. 0., 27) oder K. Pieta (1987, 394, 416) voraussetzen und übereinstimmen mit T. Kölnik (1984, 87). Übersetzt von B. Nieburová LITERATURVERZEICHNIS A. Alföldi, (1934), Eine spätrömische Helmform und ihre Schicksale im germanisch-romanischen Mittelalter. Acta Archeolog. 5 (Kobenhavn), 99-144. A. Avenarius, (1974), Die Awaren in Europa. Bratislava. Cs. Bálint, (1978), Vestiges archéologiques de l'époque tardive des Sassanides et leur relations avec les peuples de steppes. Acta Arch. Hung. 30, 173-212. D. Bialeková, (1962), Nővé vcasnoslovanské nálezy z juhozápadného Slovenska. Slov. Archeol. 10,97-145. V. Bierbrauer, (1975), Die ostgotischen Grab- und Schatzfunde in Italien. Stud. Mediev. 7,194-199. /. Bona, (1970), Avar lovassír Iváncsáról. Arch. Ért. 97, 243-263. M. Ebért, (1909), Die frühmittelalterlichen Spangenhelme vom Baldenheimer Typus. Praeh. Zeitsch. 1, 65-77. /. Eisner, (1939-1940), Zwei Spangenhelme vom Baldenheimer Typus. Jahr. f. Prähist. u. Ethnograph. Kunst 13-14,145-148. 179

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