Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Kulturbeziehungen der Awaren - Darina Bialeková: Zu Deutungsmöglichkeiten der Baldenheimer Helme von Dolné
Bordüre befindet sich eine stilisierte Ranke. Die Spangen wie auch die Scheitelplatte ziert ein punktiert getriebenes, zu Dreiecken angeordnetes Schuppenornament (EISNER 1945-1946, 6-7, Taf. IV, VII). Der zweite Helm (EISNER a. a. O., 7-10, Taf. II: 2, V, VI: 1,3, VIII), ursprünglich ebenfalls mit vier Spangen aus vergoldetem Kupferblech, hatte die eisernen deltoidén Zwischenplatten mit stark vergoldetem Kupferblech überzogen (Abb. 2: a-c). Die Scheitelplatte und der Stirnreif fehlen ganz und ebenfalls der größere Teil der vierten Spange. Auch auf diesem Helm zierte das eine Spangenpaar ein punktiert getriebenes Schuppenornament in dreieckiger Anordnung (Eisner a. a. O., Taf. VI: 1, Vlll-unten), auf dem weiteren Spangenpaar war ein vertikales Zickzack, am Scheitel mit drei getriebenen Kreisen (EISNER a. a. O., Taf. V:2, Vlll-oben). Es erhielten sich nur drei Zwischenplatten, auf einer von ihnen befindet sich zwischen dem Schuppenornament ein punktiert getriebenes Vogelmotiv, auf der weiteren Platte das Motiv eines Hundes mit einem Halsband, darüber eine Vogelfigur, von der jedoch nur geringfügige Teile erhalten waren, die dritte Zwischenplatte ziert ein geometrisch angeordnetes Schuppen- und Rautenornament, d. h. eine jede Zwischenplatte unterscheidet sich durch ihre Verzierung (EISNER a. a. O., Taf. VIII). Mit den Helmen wurden auch zwei stark beschädigte Wangenklappen gefunden (Abb. 3: a-b), beide von der rechten Seite, doch ist es nicht genau bestimmbar, welche zu welchem Helm gehört. Eine der Wangenklappen hat die eiserne Unterlage mit vergoldetem Kupferblech überzogen, von der zweiten erhielt sich nur das vergoldete Kupferblech. Beide Wangenklappen tragen ein Schuppenornament (EISNER a. a. 0, 7, 10, Taf. VI: 2, 3). Es ist interessant, daß sich J. Eisner nach präziser stilistischer Analyse der Helmverzierung aus Dőlné Semerovce in den Erwägungen über die Herkunft der Helme des Baldenheimer Typs, zu welchem die Exemplare aus Semerovce zweifellos gehören, nicht der damals allgemein vertretenen Ansicht über die Herkunft dieses Typs aus den ostgotischen Werkstätten Norditaliens, besonders Ravennas anschloß, sondern die Ansichten Gy. Lászlós (1938,144,147,148) und namentlich W. Holmquists (1939, 128-141, 176) hervorhob und unterstützte, daß manche Helme des Baldenheimer Typs in Alexandria angefertigt worden sein konnten, oder dort, wo Einflüsse der koptischen Kunst stark eingewirkt haben (EISNER 1945-1946,27,29), die nach J. Eisner aus Ägypten nach Südfrankreich, auf die Balkanhalbinsel und vor allem nach Italien exportiert worden sein konnten, von wo sie bis in das Rheingebiet und nach Nordeuropa gelangten. Nach W. Holmquist würden sich mit dieser ägyptischen Herkunft zahlreiche Verzierungsmotive und Elemente insbesondere von altchristlichem Charakter erklären lassen (HOLMQUIST 1939,137-138,176), die auch auf den Helmen von Dőlné Semerovce vorkommen. Die Blechteile des Stirnreifs mit gepreßter Verzierung, z. B. auf dem Helm aus Chalon-sur-Saône, konnten aus ägyptischen Werkstätten einem westlichen Schmied zugestellt worden sein, der sie nur auf den Holm anbrachte (HOLMQUIST 1939,243-244). W. Holmquist wies auf eine weitere, ungemein wichtige Tatsache hin - die Herstellungszeit des Helmes des Baldenheimer Typs hängt zeitlich mit der Blütezeit der koptischen Kunst in Ägypten zusammen. Dieser These ist nur hinzuzufügen, daß die Vernichtung von Alexandria durch die Perser im J. 614 und später durch die Araber (im J. 643) ebenfalls die Ursachen des Abbruchs der weiteren Helmproduktion des Baldenheimer Typs gewesen sein konnten. 176