Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Die awarischer Kultur - Gyula Rosner: Keramikherstellung und Handel im Karpaten-Becken in der frühen Awarenzeit
stellen, dass die Erzeugnisse der sieben Werkstätten gut zu unterscheiden sind im Keramikmaterial der frühen Awaren. Die derzeit laufenden Forschungen gingen von den stratigraphischen Angaben der Szekszárder Siedlung aus. Namentlich, ist es geglückt, die Zeitordnung der in den Werkstätten laufenden Arbeiten zu klären. Der Zeitpunkt des Beginnes der Töpfereiproduktion stimmt überein mit dem Zeitpunkt der Belegung der Siedlung. Demzufolge begann die erste und dritte Werkstatt am Ende des VI. Jh. zu arbeiten. Innerhalb kurzer Zeit, aber spätestens ganz zu Beginn des VII. Jh. begann auch die zweite Werkstatt mit der Produktion. Auf Grund von sehr wenigen Scherben in den Öfen der dritten Werkstatt müssen wir sagen, dass die Arbeit in diesen Öfen noch in der zweiten Phase der frühen Awarenzeit beendet wurde. Diesen Fakt unterstützt das durch die Öfen gehende, grossmaßige Grabensystem, welches die Ableitung des Regenwassers aus der Siedlung löste. Da in den Gräben nur Scherben der frühen Awaren-Keramik gefunden wurden, muss vorausgesetzt werden, dass der zeitweilige Wasseranstieg der Donau - in der zweiten Phase der frühen Awarenzeit - die hiesigen Bewohner zum Bau dieser Gräben zwang. Daraus folgt, dass die Stillegung der dritten Werkstatt in dieser Zeit geschah. Da die dritte Werkstatt am Rand der Siedlung, am tiefstgelegensten Punkt errichtet worden war, die beiden anderen aber höher gelegen waren, diese der Überschwemmungsgefahr nicht ausgesetzt waren, nur die dritte. Die erste und zweite Werkstatt konnten ihre Arbeit ungestört weiterfuhren bis zum Zeitpunkt des Verlassens der Siedlung, welches wir auf die zweite Hälfte des IX. Jh. setzten. Das Beenden der Produktion und des Lebens kann mit keinerlei Kriegsgefahr, Feuersbrunst, Katastrophe in Verbindung gebracht werden, darüber haben wir keine archäologischen Angaben. So ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Bewohner anderswohin gezogen sind und mit gewalttätiger Zerstörung nicht gerechnet werden muss. 17 Die gesamte Untersuchung des erschliessbaren Teiles der Szekszárder Siedlung haben wir durchgeführt. Nun stellten wir uns die Auffindung eines neuen Awaren-Dorfes zum Ziel. Südlich von diesem Ort, in 6000 Meter Entfernung - auf den Flächen von Öcsény - fiel unsere Wahl auf eine Siedlung gleicher geographischer Umgebung. Im Sommer 1988 begannen wir mit der Erschließung. Auf der Oberfläche, im Acker erschien ein solch grosser aschiger, russiger Fleck, welcher auf gar keinen Fall das Vorhandensein eines Wohnhauses anzeigte, er Hess andere Funktionen annehmen. In der Mitte dieses Fleckes zogen wir den ersten 20 Meter langen, 1 Meter breiten Forschungsgraben. Am östlichen Ende, auf dem Rand eines grossflächigen Grabensystems, mit drei Gefássbrennöfen, wurde eine weitere Werkstatt erschlossen. Am westlichen Rand des Grubensystems war noch ein Brennofen, dessen Konstruktion mit dem in der Szekszárder Siedlung beobachteten einmalige Parallelität aufweist. Auch hier ist der Untergrund in mehreren Schichten, mit Teilen kaputter Gefässe eingeschlammt worden. Leider hatten wir zur Restaurierung noch keine Zeit, doch auch in diesem Falle können wir mit der Zusammenstellung von ein oder zwei grösseren Gefässen rechnen. Während aus der Schlammung des szekszárder Ofens ein 20 und ein 8 Liter, sehr späte Gefässe, zur Zusammenstellung gelangen, sind aus Öcsény mindestens zwei Gefässe des VIII. Jh. zu 128